Plan für die R.D.T. -Tour 2018  "Indien für Anfänger"

Tag 1, Sonntag, 11. November:
 

Abholung vom Flughafen Delhi und Transfer zum Hotel.

Freie Zeit zum Ausruhen bis zum frühen Nachmittag.

 

Kaffeetrinken im Hotel oder in einem Coffeeshop zum Kennenlernen mit anschließender kleiner Besichtigungstour von Delhi per Reisebus (Embassy Quarters, Safdarjung etc. mit Aussteigen am India Gate = Wahrzeichen von Delhi.)

 

Besuch eines Sikh Tempels bei Sonnenuntergang.

 

Abendessen im indischem Restaurant "Veda" zum Kennenlernen indischer Speisen.



Tag 2, Montag, 12. November:
 

Vormittags:

Abfahrt vom Hotel um 8:00 zum Besuch von Old Delhi mit Fahrrad-Rikschas (ca. 3 Std.). Tauchen Sie ein in eine faszinierende andere Welt aus vergangenen Tagen: alte Paläste, Herrenhäuser, elegante Schreine und bunte Basare mit engen, überfüllten Gassen. Die Tour beinhaltet Audiohilfe in Englisch & einen deutschsprachigen Reiseführer, heiße und kalte Getränke und Speisen aus einigen berühmten Restaurants & falls erwünscht kurze Stops, um faszinierende Dinge wie Gewürze, Armreifen etc, für die Old Delhi bekannt ist, einzukaufen.
 

Rückkehr zum Hotel zum Ausruhen.

 

Nachmittags:

Besuch vom Khan Market: Geschäfte, Cafés etc.
 

Abendessen im Gartenrestaurant im Lodhi Garden

 

 

Tag 3, Dienstag, 13. November:
 

Nach dem Frühstück:
Fahrt nach Agra (Uttar Pradesh) = 200 km, 4 Std.

 

Snack unterwgs oder im Hotel in Agra.

 

Nachmittags:
Besuch des weltberühmten Taj Mahal, das eines der sieben Weltwunder ist. Moghul-Kaiser Shah Jahan widmete dieses Denkmal seiner Frau Mumtaz Mahal. Der Bau begann im Jahre 1631 und endete 22 Jahre später. Mehr als zwanzigtausend Arbeiter waren nötig, um das Taj Mahal zu beenden. Es lohnt sich, sich Zeit zu nehmen und die Veränderungen der Farben und Schattierungen auf dem Mausoleum im Laufe der Stunden zu geniessen.

 

Besuch einer Produktionsstätte von wunderschönen Steineinlegearbeiten (Besonderheit von Agra).

 

Abendessen in einem nahegelegenen Hotelrestaurant (ausgezeichnetes Thali = indische Spezialität).

 


Tag 4, Mittwoch, 14. November:
 

Morgens nach dem Frühstück Besuch des Agra Forts.

 

Auschecken aus dem Hotel.

 

Besuch von Fatehpur Sikri: Kaiser Akbar's verlassene Stadt mit angrenzender Moschee und Sufi-Schrein von Sheikh Salim Chishti.

 

Mittagessen in einem Gartenrestaurant auf dem Weg nach Jaipur, der "Pink City" (Rajasthan) = 230km, 4 Std.

 

Unterwegs:

Beschtigung des größten Stufenbrunnenreservoirs in Indien (= Chand Baoli) in Abhaneri.

Abendessen im Hotel in Jaipur.

 

 

Tag 5, Donnerstag, 15. November:


Morgens Fahrt nach Amber mit Fotostop am Palast der Winde = Wahrzeichen von Jaipur.

 

Besichtigung des beeindruckenden Amber Forts. Aufgang per Elefantenritt oder per Jeep mit atemberaubendem Ausblick auf die umliegende Arawalihügellandschaft.

Die Amber Festung war der Königspalast der Kachchwaha-Dynastie, bevor Jaipur zur Residenzstadt wurde. Als besonders sehenswert gilt der Spiegelsaal. Sein Inneres ist mit einer Vielzahl von kleinen Spiegeln dekoriert. Die Fassade des Palastes ist aus weißem Marmor und rotem Sandstein gestaltet.


Besuch einer lokalen Textildruckerei mit Laden (Möglichkeit zur Anfertigung von maßgeschneiderter Bekleidung).
 

Mittagessen in einem Havelirestaurant mit Turbanmuseum.

 

Besichtigung der sehenswerten Grabstätteanlage Gaitor.

 

Besuch einer Halbedelsteinfabrik mit Schmuckladen. (Jaipur ist die indische Zentrum für Edelsteinbearbeitung).
 

Abendessen in einem Gartenrestaurant.


 

Tag 6, Freitag, 16. November

 

Nach dem Frühstück Besuch in einem Hindu Tempel (Birla Mandir) mit der täglich zweimal stattfindenden Arati - Zeremonie.

 

Lassi trinken (berühmtes Joghurtgetränk) und Besuch eines ayurvedischen Ladens der Firma "Himalaya".

 

Bummel durch Jaipur's bunte Bazarstrassen.


Mittagessen in einem Naturkostcafé. Buch- und schöner Bekleidungsladen im gleichen Gebäude.

 

Ausruhen im Garten des Arya Niwas' Hotels (Möglichkeit einer sehr empfehlenswerten Massage).

 

Abends Besuch einer indischen Privatfamilie mit Abendessen.

 

 

Tag 7, Samstag, 17. November:
 

Fahrt von Jaipur in das Shekhawati Gebiet = 170km, 3Std.
 

Eine Halbwüstenlandschaft mit Kamelen, wunderschön bemalten Havelis (Herrenhäuser) und beeindruckendem Dorfleben. Sie tauchen ein in eine Welt, die noch wenig vom Tourismus berührt ist und deshalb ganz besonders faszinierend ist.

 

Mittagessen in Nawalghar in einem Parkhotel mit Reitpferden (Mawari-Pferde mit Sichelohren, eine Rajasthani Rasse).

 

Besichtigung von zwei Havelis mit Reiseführer und anschließendem Bummel durch die interessanten Marktstrassen des Ortes.

 

Weiterfahrt zum Dorf Churi Ajitgarh.

Übernachtung und Abendessen im Hotel (umgebauter Havelipalast).

 

 

Tag 8, Sonntag, 18. November:

 

Nach dem Frühstück Spaziergang durch die reizvolle Kleinstadt Mandawa oder Kamelritt.

Mittagessen oder Snack im Mandawa Castle Hotel.

 

Weiterfahrt nach Fatehpur. Besichtigung des wunderschön restaurierten Havelis der Französin Nadine Le Prince mit Kunstgalerie und Café.

 

Rückkehr nach Jaipur.


 

Tag 9, Montag, 19. November:
 

Vormittag zur freien Verfügung.
 

Transport zum Flughafen Jaipur.


Flug nach Bangalore.

Transfer zum R.D.T. Anantapur Campus (21/2 - 3 Stden).


 

Tag 10, 11, 12, 13 = 20. - 24. November:
 

Anantapur:
Besuch der Patenkinder und verschiedener interessanter Projekte, Einweihung einer Schule.
Alle Mahlzeiten inklusive = R.D.T. Kantine (europäische und indische Gerichte); eine Spende zur Abdeckung der Unkosten wird jedoch erwartet.

 


Tag 14, Samstag, 24. November:
 

Transport zum Flughafen von Bangalore.
 

Rückflug nach Deutschland.

 

R.D.T.  SPONSOR TOUR „ INDIEN FÜR ANFÄNGER" vom 11.11.2018  bis zum 24.11.2018

             

                                        für eine Gruppe von 7 Personen

                      (bei einer geringeren Teilnehmerzahl erhöht sich der Preis entsprechend = 11.300 RS / 140,- €)                              

 

Preis pro Person im Doppelzimer:     110.970,- RS (= Stand April 2018: 1375,)

                           im Einzelzimmer:  132.760,- RS (= Stand April 2018: 1645,- €

 

                    

Gesamtpaket / Enthaltene Leistungen:

 

  1. alle Flughafentransfers in Indien
  2. Flug von Jaipur nach Bangalore
  3.  in Nordindien: 8 Übernachtungen in Doppel- oder Einzelzimmern in Hotels der mittleren und oberen Kategorie (3*, 4* oder 5*) mit Klimaanlage und Bad/WC inclusive aller diesbezüglich anfallenden Luxus- und Mehrwertsteuern und Frühstück
  4. in Anantapur: Unterbringung in separaten Zimmern im Campus des R.D.T. inklusive aller Mahlzeiten (Frühstück, Mittag- und Abendessen)
  5. alle Transporte (Kleinbus mit Klimaanlage in Nordindien, in Anantapur klimatisierte komfortable geländegängige Fahrzeuge)
  6. deutschsprachige Reisebegleiterin während des gesamten Indien-Aufenthaltes
  7. deutschsprachiger indischer Reiseführer in Delhi, Agra & Jaipur & englischsprechender in Nawalgarh (Reisebegleiterin übersetzt ggf.)
  8. ausdrücklich nicht: etwaige Eintrittsgelder aller Besichtigungen (z.B. Taj Mahal in Agra = ca 15,-€ ), Abendessen in indischer Familie & Spende im R.D.T. Anantapur
  9. weiterhin nicht: Visum für Indien, Hin- und Rückflug Deutschland / Indien / Deutschland

 

Bitte beachten:

 

Indien ist leider nicht mehr ein besonders preisgünstiges Reiseland.

  • Mittag- und Abendessenspreise in Delhi und Agra sind wegen der anfallenden extrem hohen Steuern durchaus mit denen in Deutschland vergleichbar und alkoholische Getränke sind sogar teurer. Jaipur & die Shekhawati Region sind dafür aber immer noch sehr günstig.
  • Busfahrer und Gehilfe, indische Reiseführer und natürlich Kofferträger etc in den Hotels erwarten ein Trinkgeld.

 

Allgemeine Hinweise:

 

  • Touristenvisum muss bei der zuständigen Indischen Botschaft rechtzeitig beantragt werden.
  • Hin- und Rückflug Deutschland Indien bitte selbst organisieren oder mit Karens Hilfe.
  • Es wird empfohlen, eine Reiseversicherung abzuschliessen und eventuelle Impfungen durchzuführen.

Übersetzung des Weihnachtsbriefes aus Anantapur im Dezember 2017

Liebe Freunde,

 

hier kommt wieder unser Jahresrückblick und dann geht es weiter mit  Schwung ins Neue Jahr!

In diesem Jahr hat Indien während der Monsunzeit im Norden und Osten entsetzliche Überschwemmungen erlebt mit mehr als 1000 Toten. Bei uns im Süden haben wir dagegen unter der schlimmsten Trockenheit seit 30 Jahren gelitten!  Die Felder verdorrten und das Vieh ging ein und viele Bauern verließen ihr Dorf, um in den Großstädten Arbeit zu suchen.

 

In Zusammenarbeit mit der Regierung hatten wir deshalb einen Notfallplan entwickelt, um Mensch und Tier mit Wasser zu versorgen sowie Futter fürs Vieh bereitzustellen. Die Auswirkungen des Klimawandels machen uns zu schaffen und wir sollten uns alle der Verantwortung bewusst sein, die jeder von uns für die Erderwärmung hat.

 

Wir freuen uns sehr  über die  besondere Anerkennung, die uns das Indische Nationalforum für Neonatologie ausgesprochen hat, denn wir  haben seit 2010 in unserem Krankenhaus in Bathalapalli  eine Spezialabteilung  zur Geburtsvorsorge für Mütter eingerichtet. Außerdem erhalten die Mütter dort auch eine professionelle Anleitung für die Versorgung ihrer Neugeborenen.

 

Und dann gibt es auch noch  eine neue Weiterbildungsmöglichkeit für Mädchen. An diesem Institut erhalten sie nach Schulabschluss für sechs Monate Unterricht in Englisch und im Rechnungswesen sowie Anleitung und Training für Bewerbungsgespräche. Wie ja bekannt ist,  gilt unser Augenmerk besonders den Mädchen, damit sie selbstbewusst und eigenverantwortlich ihr Leben gestalten können.

 

Herzlichen  Dank  an alle Paten, die uns so wunderbar bei  unserer Arbeit unterstützen.

Alles Gute im Neuen Jahr!

 

Anna Ferrer                                                                       Moncho Ferrer

Präsidentin des FVF                                                         Leiter der Programme des FVF 

 

 

Auf der beigefügten Karte steht im Prinzip:Übersetzung des Textes auf der beigefügten Karte:

Liebe Freunde,

 

wir danken Euch von ganzem Herzen für Eure großartige Unterstützung! Ohne Euch wäre unsere Arbeit für die Schwächsten der Gesellschaft in dieser ländlichen Gegend von Andrha Pradesh nicht so effektiv!

 

Frohe Feiertage und ein erfolgreiches Neues Jahr!

Übersetzung der Briefe aus Anantapur von Juni 2017

Informationen der Vicente Ferrer Stiftung (FVF)

Stärkung des Selbstwertgefühls

Ohne Impulse von außen gibt es keine Lernfortschritte. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stellt deshalb den ersten Schritt für freies und verantwortliches Handeln dar, die jede Gesellschaft von seinen Bürgerinnen und Bürgern erwartet. Deshalb versucht die Stiftung Vicente Ferrer seit ihrer Gründung im Jahr 1969 die unterschiedlichen Gruppen in allen Programmen zu  ganzheitlicher Entwicklung zu ermutigen und zu befähigen.

 

Um diese Ziele zu erreichen, bestärkt das Personal der Stiftung die Verantwortlichen der Gemeinde immer wieder und verstärkt das Vertrauen der schwächsten Glieder der Gesellschaft, indem sie das Ziel vermitteln, das Leben in die eigene Hand zu nehmen sowie ihre Würde und ihr Selbstwertgefühl wiederzuerlangen. Jedes Dorf  wird durch ein Komitee zur Entwicklung der Gemeinde (Comité de Desarrollo de la Comunidad, CDC) repräsentiert. Diese Gruppe besteht aus selbstbewussten Mitbewohnern, die bei Problemen mit schwierigen  Bürgern vermitteln.

 

Durch eigenverantwortliches Handeln und eine sinnstiftende Tätigkeit können Menschen ihr Leben verändern. Die zwölf Kunstwerkstätten der FVF sind ein gutes Beispiel dafür, weil sie behinderten Frauen aus armen Familien eine Beschäftigung geben, die es ihnen erlaubt, sich  zu emanzipieren und ihr psychologisches und emotionales Wohlergehen zu vergrößern. Zusammen mit den 'sanghams' (Fraueninitiativen), Fortbildungs- oder Sportprojekten gibt es weitere Programme, die stets versuchen, das Selbstwertgefühl dieser Menschen zu stärken.

 

 

Die Vicente Ferrer Stiftung (FVF) fördert einen Plan, um angesichts der großen Trockenheit, Trinkwasser im Süden Indiens zu garantieren

Die Organisation unterstützt 250.000 Bauern mit Trinkwasser und Futter fürs Vieh

Im Süden Indiens herrscht eine extreme Trockenheit, die die Landbevölkerung hart getroffen hat. Mehr als 80% der Einwohner hängen direkt von der Landwirtschaft ab und die beiden letzten Ernten im März und Oktober waren verheerend.

 

Die Niederschläge in Anantapur sind während des letzten Jahres um 40% zurückgegangen -  so die Medien. Das trifft ausgerechnet einen Distrikt, der als zweittrockenste Zone des Landes klassifiziert ist. Durch zu viel Wasserentnahme aus dem Boden und aufgrund starken Regenmangels sind viele Brunnen ausgetrocknet.

 

Der Direktor der Programme der FVF, Moncho Ferrer, wies darauf hin, dass es das Vordringlichste ist, "Trinkwasser für Mensch und Tier zu beschaffen, um sowohl Dehydrierung als auch Krankheiten durch Konsum von verschmutztem Wasser zu verhindern. Außerdem müssen wir Futter für das Vieh besorgen, um den voreiligen Verkauf der Tiere zu unterbinden, damit die Bauern  ihren Lebensunterhalt weiter verdienen können."

 

Verteilung von Futter und Wasser

 

Die Stiftung FVF hat Reservesilos geöffnet, um 3.244 Tonnen Futter für Milchvieh an mehr als 2.000  betroffene Bauern zu verteilen. Damit wollen sie den Verkauf der Tiere verhindern, etwas, was viele Bauern aus Sorge um Verendung ihrer Tiere tun würden. Außerdem hat die Stiftung die Lieferung von Trinkwasser für Mensch und Tier veranlasst. Insgesamt sind 33.247 Lastwagenlieferungen unterwegs, um Wasser an die Bevölkerung in 143 Dörfer zu liefern. Die Zahl der davon profitierenden Menschen beläuft sich auf 250.000. Die durch die Organisation bereit gestellte Hilfe versorgt die Menschen für die nächsten Monate der  Dürre.

 

Museum über die Geschichte der Stiftung in Anantapur

 

Nach fünf Jahren Arbeit  haben wir in den Hauptgeschäftsräumen  der Stiftung in Anantapur eine Ausstellung eröffnet, die die Geschichte und die wichtigsten Meilensteine der FVF in Indien wiedergibt. Die Besucher erfahren in einer sorgfältig erarbeiteten Dokumentation viel über die Entwicklung der Stiftung und erhalten Einblicke in die Sammlung aus den Archiven. Auf einer großen Karte sind alle Orte markiert sind, an denen die Organisation präsent ist - versehen mit Erklärungen aus den jeweiligen Aufgabenbereichen sowie allen Projekten, die dort entstehen.

 

Wir setzten auf Inklusion

 

Unter Inklusion versteht man eine auf die Bedürfnisse des einzelnen Schülers - behindert und nicht behindert -  ausgerichtete Ausbildung. Die neue Primarstufe mit Inklusion öffnete 2016 ihre Tore.  Diese Schule ist die erste in Anantapur, die internationale Standards für Erreichbarkeit, Sicherheit und Qualität der Ausbildung erfüllt. Sie bietet Platz für 120 Schüler und während des ersten Jahres ihres Bestehens sind bereits 60 Schülerinnen und Schüler zwischen der ersten und fünften Klasse ausgebildet worden.

 

Drei weitere Zentren für behinderte Schüler werden in der nächsten Zeit als Inklusionsschule ausgewiesen. Dafür sind die Lehrerinnen und Lehrer während der Schulferien, die von April bis Juni dauern,  intensiv in Blindenschrift oder Zeichensprache fortgebildet worden.

 

29.05.2017

Die Schule Nr. 18 in Mynaganipalli ist in "trockenen Tüchern"

Gestern überreichte Achim Tirocke von der Stiftung RTL "Wir helfen Kindern e.V." einen Scheck über € 9500 an unseren Verein. Die RTL Stiftung gehört zu unseren treuesten Unterstützern und hat in den vergangenen Jahren schon 7 Schulen finanziert. Achim Tirocke ist ein ehemaliger Kollege aus der gemeinsamen Zeit bei "Buten&Binnen" von Radio Bremen Fernsehen und ging danach zu RTL. Seine Liebe zu Bremen und zu unserem Verein "Dalits. Eine Chance für Kinder e.V." sichert uns bei allen Anträgen große Unterstützung: dafür sagen ihm der Verein ein ganz großes "Danke"!

Weihnachtsbriefe von Anne und Moncho Ferrer, Dezember 2016

Verehrte Freundinnen und Freunde,

 

es ist wieder Dezember und ein ganz besonderes Jahr geht für uns alle zu Ende; die Fundación Vicente Ferrer ist  in Spanien 20 Jahre alt geworden. Es war ein fantastisches Jahr, in dem Ihr uns wieder mit Euren Festakten in Barcelona und Madrid sowie in anderen Gegenden Spaniens Euer Engagement für soziale Gerechtigkeit und die Entwicklung der am meisten Benachteiligten gezeigt habt.

 

Es scheint, als ob es gerade gestern war! Mit diesem Engagement haben wir seit 27 Jahren in Indien Erfahrung gesammelt, die Organisation auf gute Füße gestellt und wir haben unser Entwicklungsmodell in 300 Dörfern eingeführt. Wir wollten unsere Projekte in dieser unabhängigen Weise erweitern und dafür brauchten wir eine verlässliche Geldquelle. So wurde die Stiftung als eine NGO geboren - mit Sponsoren als Förderern, da wir glaubten, dass es der bessere Weg war, so  unseren Projekten Kontinuität und Expansions-möglichkeiten in Anantapur zu verschaffen und gleichzeitig freundschaftliche Beziehungen und Verständnis zwischen unseren Ländern aufzubauen.

 

Wenn man die Bilanz der letzten 20 Jahren zieht sind die Ergebnisse mehr als ermutigend. Herzlichen Dank für all Eure Unterstützung in Spanien! Wir erreichen jetzt 3.000 Dörfer in 6 Provinzen von Andhra Pradesch und Telangana. Wir haben für Millionen von Menschen Zukunftschancen geschaffen, an die sie weder geglaubt noch auf die sie jemals gehofft hatten.

 

In diesem Jahr wurden auch Ziele zur nachhaltigen Entwicklung der UN in Gang gesetzt, die als neue Herausforderungen erreicht werden sollen, um unsere Welt zu verbessern. Wir müssen uns anstrengen, damit sie so schnell wie möglich in die Realität umgesetzt werden. Die Menschen können nicht länger auf Ausbildung und gute sanitäre Anlagen, auf Zugang zu Trinkwasser und Sanierung von Trinkwasserleitungen sowie auf eine anständigen Arbeit warten. Es ist die Pflicht eines jeden einzelnen von uns, egal wo wir uns auf der Welt befinden, dazu beizutragen, dass diese Ziele erreicht werden.

 

Genauso setzen wir unsere Arbeit um. Zum Beispiel im Gesundheitswesen haben wir 4.762 Workshops über das Thema Gesundheit und Hygiene erteilt, 73.000 an HIV /AIDS und Tuberkulose Erkrankte behandelt und eine Palliativabteilung im Krankenhaus von Bathalapalli eröffnet. Wir haben 11.419 Latrinen gebaut und die Ministeriumsabteilung für Wasser optimiert, um die Lebensqualität in den Regionen zu verbessern. Wir bilden unsere Leute vor Ort fort im Kampf gegen Gewaltanwendung gegen Frauen, um Fälle von Misshandlung zu verhüten oder zu identifizieren. Dieses sind nur einige unserer Aktivitäten, die wir dank Eurer Mithilfe durchführen konnten.                                                 

 

Ich  möchte mich auch noch sehr herzlich bei den 1.355 Personen bedanken, die sich bis jetzt  zu  unserer neuen solidarischen Initiative zusammen gefunden haben: der digitalen Freiwilligenarbeit. Mit dieser Plattform könnt Ihr uns weiterhelfen, unsere Arbeit zu verbreiten, wann immer Ihr Zeit dafür habt. Eure Unterstützung ist für uns unentbehrlich!

 

Wir wünschen Euch fröhliche Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2017.

 

In großer Verbundenheit und mit herzlichen Grüßen,

 

Anna Ferrer

(Präsidentin und Exekutive Direktorin der Fundación Vicente Ferrer)

 

und

 

Moncho Ferrer                                                        

(Programmdirektor der Fundación Vicente Ferrer)

Fotos der Einweihung der neuen, 17. Schule im Dorf Y.B.HALLI  im November 2016

Briefe aus Anantapur  2015

SOLIDARISCHS INDIEN

 

Die ländliche Gemeinschaft Indiens hat sich in diesem Jahr mit Begeisterung an der Kampagne “Indien für Indien” beteiligt. Eine Initiative der Stiftung Vicente Ferrer (FVF) zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Dörfern Andhra Pradeshs im Kampf gegen die Armut. Die Spardosen, die in 2000 Dörfern verteilt wurden, haben insgesamt 330.000.000 Rupien (etwa 500.000 €) angespart. Dieses Geld kommt zwei wichtigen Projekten zugute: den Zentren für die Waisenkinder und dem Ernährungsprogramm.

 

STIFTUNG VICENTE FERRER SCHLIESST SICH DER KAMPAGNE “SÄUBERE INDIEN” AN

 

Die indische Regierung hat die Kampagne “Säubere Indien” ins Leben gerufen, um die schlechten sanitären Bedingungen, die in Indien herrschen, zu verbessern. Die Stiftung Vicente Ferrer (FVF) schließt sich dieser Kampagne an. In Indien haben 67 % der ländlichen und 13 % der städtischen Haushalte keine Toilette. Somit sammeln sich täglich 100.000 Tonnen Kot im Freien an, was schwere Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen hat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt die indische Gesundheitskrise (60 % der Weltbevölkerung die ihre Bedürfnisse im Freien verrichten, tun dies in diesem Land) zu einem der nachhaltigen Entwicklungsziele des Millenniums.

 

Die Stiftung wird die Sensibilisierungsarbeit zur Nutzung der Toiletten in 400 Dörfern durchführen, in denen 40.000 Toiletten in den Wohnungen Anantapurs und Kurnool gebaut werden sollen - finanziert durch die indische Regierung und dem Staat Andhra Pradesh. Gleichzeitig wird durch die Nutzung der Toiletten ein weiteres großes Problem des Landes angegangen: die Vergewaltigungen. Häufig geschehen diese in dem Moment, in denen sich die Frauen außerhalb der belebten Zonen begeben, um dort ihre Bedürfnisse zu verrichten.

ZIEL: DIE TUBEKULOSE REDUZIEREN

 

Einer von vier Tuberkulosekranken lebt in Indien. Wenn diese Patienten nicht behandelt werden multipliziert sich die Krankheit in einem Rhythmus von 15 Personen für jede neue Infizierung. Die Stiftung arbeitet für die Behandlung der Krankheit sowie für das Vermeiden ihrer Ausbreitung. Ziel ist es, eine Reduzierung von 10% der Inzidenz der Krankheit bis zum Jahr 2025 zu erreichen.

 

Die neue Strategie, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgibt, besteht aus der direkten Beobachtung des Patienten. Zusammen mit dem Personal der Regierung kümmert sich das Gesundheitspersonal der Organisation um die individuelle Beobachtung jedes einzelnen Falles in den ländlichen Gebieten Indiens, um sicher zu gehen, dass die Patienten die Gesundheitszentren aufsuchen um behandelt zu werden. Mit dem Ziel, dass die Einnahme der Medikamente nicht unterbrochen wird und dadurch viele Patienten Arzneimittelresistenzen entwickeln.

DIE TRAUMFABRIK

 

Der Saal liegt im Dunkeln und das einzige Licht, das auf den Zuschauerraum fällt, kommt von der Leinwand. Es sind schon einige Minuten des Films verstrichen, als plötzlich ein Schrei in den Raum fällt; der Hauptdarsteller des Films hat gerade seinen Auftritt. Das löst heftigen Applaus und weiteres Gekreische aus. Was in Spanien ein Grund zur Verärgerung und vielzählige Aufforderungen zur Ruhe mit sich bringen würde, ist in Indien normal. An Tagen der Erstaufführungen stehen die Fans die ganze Nacht Schlange und werfen Konfetti, wenn ihre Lieblingsschauspieler oder -Schauspielerinnen auf der Leinwand erscheinen.

 

Indien produziert nahezu 1.000 Filme jährlich. Das macht es zu dem produktivsten Land der Welt, sogar vor den Vereinigten Staaten. Noch unbekannt für das westliche Publikum, feierte die indische Filmindustrie im Jahr 2013 ihr 100 jähriges Bestehen und ist ein wichtiger kultureller Bestandteil des asiatischen Landes. Die indische Filmindustrie ist mehr als nur Bollywood, die in der Hindi-Sprache verfilmende Industrie mit Sitz in Mumbai. Neben dieser existieren auch Kollywood, aus Tamil Nadu oder Pollywood aus Punjab. Alle mit ähnlicher Formel: Geschichten der unmöglichen Liebe, klischeehafte Charaktere, Action, Luxus, Musik, Kämpfe, Humor, Spannung und spektakuläre Tänze. Das Ergebnis liegt selten unter einer dreistündigen Filmlänge.

 

In Andhra Pradesh, wo Telugu die meist gesprochene Sprache ist, spricht man von Tollywood wenn man von Kino spricht. Die Menschen in Anantapur – mit denen die Stiftung Vicente Ferrer seit 45 Jahren arbeitet - erleben das Kino mit Leidenschaft. Die Stadt ist voll von Plakaten, die die neusten Filme ankündigen. Man hört zu jeder Tageszeit, sei es aus dem Autoradio oder aus dem Handy, die Lieder der beliebtesten Filme. Das indische Publikum liebt spektakuläre und fantastische Filme, die wenig mit dem Alltag der meisten Menschen der Bevölkerung zu tun haben. Álvaro Enterría beschreibt in seinem Buch „La India por dentro“ (Im Inneren Indiens): „ Ein Freund sagte einmal zu mir, dass ihm das westliche Kino nicht gefalle. Um sich eine realistische Welt anzuschauen, dafür gäbe es doch die normale Welt. Das indische Kino erzeugt Träume.“

Fahrräder die uns voran bringen

Manchmal sind es die einfachen Dinge, die uns große Schritte voran bringen. Man kann dies gut an einer der Initiativen der Stiftung Vicente Ferrer erkennen:  Die Verteilung von Fahrrädern unter den Schülerinnen in ländlichen Gebieten der Sekundarstufe Anantapurs, mit denen sie den Schulweg zurücklegen können.

 

Ziel des Projekts, welches 2007 begann, ist es, dass die Mädchen auf sicherem Weg in die Institute gelangen. Wir haben bisher fast 11.000 Fahrräder verteilt. Die große Entfernung zu den Schulen, in Verbindung mit der geringen Sicherheit des Gebiets, fördert den Schulabbruch der Mädchen aus den Dörfern Anantapurs. Die Fahrräder verhindern, dass auf Grund dieses Schulabbruchs, die minderjährigen Mädchen von ihren Familien zur Heirat gezwungen werden.

 

Die Bildung ist eine der Säulen der Stiftung, welche auf dem Standpunkt basiert, dass der Fortschritt immer vom Wissen, dem Selbstwertgefühl und der Ermächtigung abhängt. Werkzeuge sind jene, die uns die Zuversicht geben, dass die Dinge sich immer zum Besseren wenden können.

 

Seit dem vergangenen Jahr hat die Stiftung begonnen auch unter den Jungen Fahrräder zu verteilen. Damit wird die Förderung der Weiterbildung in dieser Altersgruppe bezweckt und so wie im Fall der Grundschulbildung, 100% der Mädchen und Jungen aus Andhra Pradesh den Zugang zur Sekundarstufe zu sichern, wodurch ihnen bessere Zukunftsperspektiven ermöglicht werden.