Übersetzung des letzten Briefes aus Anantapur vom Frühjahr 2017

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

mit großen Erwartungen haben wir das Neue Jahr begonnen. Es ist eine Vorfreude auf die Arbeit, die uns die Kraft gibt, weiter an der Verbesserung unserer Projekte zu arbeiten und unser vollständiges Entwicklungsprogramm auf weitere Regionen auszudehnen. Bis heute arbeiten wir in mehr als 3.500 Dörfern in den Staaten Andhra Pradesh und Telangana.

 

Jede Idee, die wir vorantreiben, soll das Leben der Schwächsten der Gesellschaft verändern, denn unser Ziel ist eine gerechtere und humanere Gesellschaft. Wir wollen ihnen nicht nur Zugang zu den Grundrechten wie Bildung, Gesundheitsfürsorge und angemessenen Wohnraum verschaffen sondern auch weitere Chancen vermitteln.

 

Deshalb basiert ein wichtiger Teil unserer Projekte darauf, die unternehmerische Einstellung zu fördern und eine würdige Arbeit für Frauen und Behinderte zu schaffen.

 

Wir sind stolz zu sehen, wie das Projekt der gemeinnützigen Wirtschaft des FVF gewachsen ist. Wir stellten am Anfang 70 Frauen ein und heute haben wir mehr als 300 Arbeiterinnen beschäftigt. Die Weltorganisation für Fairen Handel hat uns kürzlich ihr Qualitätssiegel verliehen. Damit erkennt sie unseren Kampf gegen die Kinderarbeit an sowie die Respektierung der Menschenrechte, der nachhaltigen Produktion und des sozialen Engagements für die uns anvertrauten Menschen.

 

Diese Verantwortung teilen wir mit allen, die uns Jahr für Jahr unterstützen! Dank Eures Engagements können wir dieses alles anpacken! Ihr arbeitet mit uns daran,  eine dreifache Diskriminierung zu bekämpfen: eine Frau zu sein, eine Behinderung zu haben und in einer benachteiligten Gegend geboren worden zu sein.

 

Jede Aktion zählt!

 

Herzlichen Dank!

Juni 2017

 

Rückseite des Briefes der Sozialarbeiterin und des Patenkindes

 

Seit Beginn der Stiftung Vicente Ferrer (FVF = Fundación V.F.) wusste das Team, dass  Kunst und Kultur eine fundamentale Rolle beim Wachstum und bei der sozialen Kompetenz in den schwächsten Regionen spielt. Seit 1978 hat man deshalb Geldmittel für kulturelle Bildung zur Verfügung gestellt, um Mädchen und Jungen in den Fächern Tanz,  Gesang, Musik und Theater zu unterrichten. Diese Unterrichtsfächer sind schließlich zu Werkzeugen geworden, die nicht nur das persönliche Reifen unterstützen,  sondern außerdem dazu beitragen, dass die  Mädchen und Jungen bewusster die Realität der indischen Gesellschaft wahrnehmen: Hochzeiten mit Minderjährigen, Bildung für Mädchen, häusliche Gewalt, Alkoholismus, HIV, etc...

 

Bei  diesen Vorführungen sind es die Kinder selbst, die dem Publikum das Problem aufzeigen und ihnen Verhaltensregeln vermitteln und gleichzeitig eine sichtbare Veränderung in ihrer eigenen Haltung erfahren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer proben und treten in ihren Schulen und Regionen auf. Viele von ihnen bereiten sich auf die Teilnahme an kulturellen Wettbewerben vor, die sie gelegentlich auch in andere indische Staaten führt. Die Stiftung Ferrer organisiert auch Wettbewerbe,  wie das Festival Srujana, die den Jugendlichen mit Behinderung die Gelegenheit geben, ihre Talente weiter zu entwickeln und so ihre künstlerischen und kommunikativen Fähigkeiten zu verbessern. Das Auftreten vor Publikum vergrößert ihre Sicherheit und ihr Selbstwertgefühl und erleichtert ihre Integration. Die Auftritte machen ihnen Spaß und geben ihnen auch die Möglichkeit, ihre eigene Fantasie und Ungezwungenheit zu entwickeln.

 

Einige von ihnen haben dank  dieses Unterricht eine professionelle Karriere gestartet und mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass der Tanz nur den privilegierten Regionen vorbehalten ist.

 

Und genau das ist die Philosophie, die die Stiftung V.F. verfolgt: Kunst als einen von vielen möglichen Wegen für einen sozialen Wandel zu verstehen.

Übersetzung des Briefes aus Anantapur von Juli 2016

Kinder schützen

Die Stiftung Vicente Ferrer (FVF) hat im August 2015 im Bezirk Anantapur das 24 Stunden Kinderschutz Telefon eingerichtet, koordiniert von der Childline Foundation, einer Initiative der Regierung. Um alle Teile des Landes erreichen zu können, stehen Partner lokaler Organisationen bereit, die die Funktionen des Services unterstützen, wie die FVF. Das neue Team, bestehend aus neun Personen, hat Erfahrung in der Kinderbetreuung. Seit der Gründung sind bis Ende März 2016 bereits 685 Hilferufe eingegangen.

 

Notfall in Südindien

Schwere Überschwemmungen in den Bundesstaaten Andhra Pradesh und Tamil Nadu im vergangenen Dezember, verursacht durch das Phänomen "El Nino", betreffen mehr als fünf Milionen Menschen. 127.000 Hektar Agrarfläche wurden überflutetet, in Bereichen wo die Landwirtschaft meist der einzige Rückhalt der meisten Familien stellt. Um die Opfer zu unterstützen, sendet die Stiftung Vicente Ferrer zwei Teams um logistische und humanitäre Hilfe für die Arbeiter zu leisten, ihre Operationen konzentrieren sich auf die am meisten von der Katastrophe betroffen Bezirke. Die FVF errichtete hierzu 19 erste Hilfe Lager ein, in welchen 3.170 Menschen behandelt wurden. Mit Hilfe der lokalen Behörden wurden insgesamt 250.000 kg Reis, 8000 kg Linsen, 8.000 Liter Öl, 20.000 Bettlaken und 68.000 Kleidungsstücke verteilt. Die FVF hat insgesamt 17.511 betroffene Personen unterstützt.

 

Hörrehabilitation Projekt

12 Kinder mit Hörbehinderung, die meisten Schüler vom Zentrum primär spezialisiert von der FVF Bukkaraya Samudram, waren Teil eines Pilotprojekts der Hörstimulation. In Zusammenarbeit mit spanischen Logopäden und Spezialitisten (Lehrer) der lokalen Schule wurde ein maßgeschneidertes Programm ausgearbeitet, welches sich nicht nur auf die Stimulation des Gehörs konzentriert, sondern vor allem auch auf die Unterscheidung von Wörtern sowie das Verständnis und die Sprachförderung fokussiert.

 

Für Patienten mit HIV

Die indische Regierung und die Stiftung Vicente Ferrer (FVF) haben eine Vereinbarung für Patienten mit HIV / AIDS der Abteilung für Infektionskrankheiten des Bethalapalli Krankenhaus unterzeichnet, in der es um die antiretrovirale  Second-Line Therapie geht. Das private Krankenhaus in Bathalapalli ist das erste in ganz Indien das diese Therapie kostenlos anbietet.

 

Wenn das HIV-Virus Resistenz zeigt, greifen First-Line oder konventionelle Medikamente nicht mehr. Ab diesem Zeitpunkt wird eine zweite Arzneimittelkombination erforderlich. Es wird geschätzt, dass derzeit im Bezirk Anantapur, mit einer Bevölkerung von etwa vier Millionen, ca. 30.000 HIV-positiv sind. Die Stiftung bietet eine Deckung von mehr als 80% von ihnen.

 

Im November 2010 wurde das Krankenhaus offiziell Zentrum von kostenlosen HIV / AIDS First-Line-Medikamente. Seit seiner Eröffnung bis zum März 2015 hat das Diagnose-Zentrum mehr als 21.000 neue Fälle aufgenommen.

 

Eine neue Chance für Prasad Reddy

Prasad Reddy verließ sein Zuhause im Alter von 20, um einer Gemeinschaft von Transsexuellen beizutreten. Trotz seiner traditionellen Rolle in Feierlichkeiten und Segnungen, ist diese Gruppe am häufigsten Opfer sozialer Diskriminierung, auch im Gesundheitssektor. Im Jahr 2011 hat sich Prasad Reddy mit dem HIV-Virus infiziert und seitdem nur unregelmäßig die Second-Line-Behandlung erhalten.

 

Woher wussten Sie, dass Sie sich mit HIV / AIDS infiziert haben? Ich fühlte mich nicht gut und meine Freunde brachten mich ins Krankenhaus der Stiftung, sie hatten gehört, dass hier alle behandelt werden, die Hilfe benötigen. Ich erhielt dort die Diagnose und man teilte mir mit, dass ich mich mit dem Virus infiziert habe.

 

Seitdem nehmen Sie an der antiretrovirale Therapie teil? Ich begann die Einnahme von Medikamenten, aber eher unregelmäßig. Sie sind mir nicht so gut bekommen. Es folgte eine weitere Behandlung über 6 Monate, bevor es mir besser ging. Im Jahr 2014 entwickelte sich eine zerebrale Tuberkulose im Gehirn und ich wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, mein Zustand war ernst. Durch einen Test erhielt ich vor Kurzem den Hinweis, dass das Virus nicht mehr auf die Medikamente reagiert und es wurde mir empfohlen sofort mit den Second-Line-antiretroviralen Medikamenten zu beginnen.

 

Sie wohnen 15 km von Bathalapalli entfernt? Was bedeutet es für Sie, das Krankenhaus in Ihrer unmittelbaren Umgebung zu haben? Wenn es dieses Krankenhaus nicht gebe, würde ich heute nicht mehr am Leben sein. Ich kann mir nicht erlauben für die Behandlung noch nach Hyderaba zu pendeln.

 

Cricket, Sport Star of India

Hockey ist Indiens Nationalsportart und stellt eine der besten Mannschaften der Welt. Obwohl Indien in dieser Disziplin mehrere Medaillen bei Olympischen Spielen gewinnen konnte, ist die beliebteste Sportart im Land Cricket. Kein Land der Welt fokussiert sich mit solch einer Leidenschaft und Hingabe auf eine Sportart, wie Indien mit Cricket.

 

Wie Hockey, kam ich während der britischen Kolonisation nach Indien. Cricket ist ein Schläger und Ball-Sport, in dem zwei Teams von elf Spielern auf einer Wiese spielen. Das Spiel ist in zwei Teile geteilt. Das eine Team wirft den Ball und das andere Team schlägt, ähnlich wie beim Baseball. Jedes Team zielt darauf ab, die höchste Anzahl an Durchläufen zu bekommen, wenn der Schlagmann trifft. Cricket-Matches sind berühmt für ihre Länge. Je nach Art des Wettbewerbs kann ein Spiel 3 Stunden bis zu fünf Tage dauern.

 

Früher war Cricket ein Elite Sport, bevor es in den letzten Jahrzehnten für alle populär geworden ist. Millionen Menschen aller Altersgruppen, Religionen und sozialen Schichten treffen sich in ganz Indien zum Trainieren. Wenn die indische Nationalmannschaft ein wichtiges Spiel hat, wird geschätzt, dass mehr als 400 Millionen Personen es sehen. Wegen der Geschichte, die beide Länder teilen, sind die emotionalsten Spiele diejenigen, die gegen Pakistan gespielt werden. Cricket ist das größte Medienereignis von Indien und erzeugt mehr Aufmerksamkeit als die Bollywood Filme. Während der ersten Liga, die 7 Wochen von April bis Mai dauert, werden keine Premieren von neuen Filmen gezeigt, da die Menschen lieber zu Hause bleiben und die Spiele im Fernsehen schauen.

 

In ländlichen Regionen finden sich Verkaufsstände voller Trikots in verschiedenen Farben und Größen auf den Straßen und Autobahnen. Ein ebenfalls sehr typisches Bild sind tagsüber junge Kricketspieler, die in provisorischen Lagern, offenen Feldern oder Gassen spielen, ein weiterer Beweis für die Auswirkungen des Sports auf das Land.

Cricket ist eine der sieben Sportarten welche von Kindern aus Anantapur an der Sportschule der Stiftung Vicente Ferrer (FVF) Akademie praktiziert wird, zusammen mit Softball, Fußball, Tennis, Judo, Hockey und Bogenschießen. Die Stiftung fördert die Sportkultur auf kommunaler Ebene als notwendiges Instrument für die Integration, Wachstum, zur Steigerung des Selbstwertgefühls und des Vertrauen der jungen Menschen aus ländlichen Gebieten. Auch unter den Mitarbeitern der Akademie ist Criquet verbreitet und daher wird jedes Jahr ein Turnier vor den Ferien organisiert..).

 

 

Anne Ferrer                                                                                Moncho Ferrer

 

Präsidentin und Executive Direktorin                                        Programmdirektor der

der Stiftung Vicente Ferrer                                                         Stiftung Vicente Ferrer

Übersetzung des Briefes aus Anantapur von Februar 2016

FEBRUAR 2016

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

Jahr für Jahr macht unsere Aufgabe die extreme Armut abzuschaffen Fortschritte und erstreckt sich auf neue Dörfer und Gemeinschaften innerhalb der indischen Staaten von Andhra Pradesh und Telangana, in denen wir arbeiten. Nach über 40 Jahren der Tätigkeit, ist die Stiftung heute eine starke und fähige Organisation, die bereit ist, neue Herausforderungen anzunehmen und die den Werten treu geblieben ist, die uns auf diesen Weg gebracht haben.

 

Ein Weg, der ohne die Unterstützung tausender Paten, Mitglieder und Mitwirkender die unsere Vision einer gerechteren Welt teilen, nicht zu beschreiten wäre. Euch allen, vielen Dank.

 

Der Krieg, der Terrorismus und die Gewalt prägen unseren Alltag. Sie rufen Gefühle wie Angst und Unverständnis in uns hervor. Die Trinkwasserversorgung, der zunehmende Mangel an  natürlichen Ressourcen und die immer grösser werdende Kluft zwischen den sozialen Schichten, sind einige der Gründe, die das Gleichgewicht der Welt bedrohen. Vor allem in einer Welt in der der Egoismus unserer Entscheidungen bestimmt.

 

Trotzdem glauben wir weiterhin, dass es mehr Gutes als Schlechtes gibt. Dies wird uns täglich in Anantapur bewiesen. Laut Vicente, werden wir alle mit der allgemeinen Aufgabe geboren, gutes zu tun. Wie er sagte: “Wir alle sind direkte Zeugen, dass es möglich ist, die Welt zu verändern”. Der Schlüssel zu einer besseren Zukunft ist eine gute Bildung für alle. Dies ist einer der Hauptgründe unserer Arbeit und der Grund dafür, dass wir seit 1978 den Schwerpunkt auf die Bildung der meist benachteiligten Kasten legen, und die gesamte Gemeinschaft in ihren Fortschritt mit einbeziehen.

 

Wenn wir unsere Jugendlichen zu sensiblen, bewussten und kritischen Menschen erziehen, werden wir einen grossen Schritt in Richtung einer solidarischen, mit der nachhaltigen Entwicklung komprometierten, globalen Gesellschaft getan haben. Nur so können wir die Spirale der Gewalt umwandeln.

 

In Andhra Pradesh und Telangana können 67 % der Bevölkerung lesen und schreiben. Dies liegt deutlich unter dem nationalen Prozentsatz. Es gibt Gebiete in denen nur die Hälfte der Bevölkeung eine Grundbildung hat. Die Gründe für diese Mängel findet man ausserhalb des Bildungssystems: in den unzureichenden Infrastrukturen, die den Weg in die -meist weit von den Dörfern abgelegenen -Schulen erschweren, sowie in dem fehlenden Zugang zum Trinkwasser, zu Elektrizität und sanitären Anlagen. Ausserdem haben die Unterscheidungen bei der Einschulung auf Grund des Geschlechts in den ländlichen Gegenden einen grossen Einfluss. Es gibt immer noch viele Familien, die ihre Töchter nicht einschulen.

 

Die Förderung der Bildung in den Ergänzungsschulen, dem Bau von weiterbildenden Schulen oder die Spenden von Fahrrädern damit die Mädchen in die Schulen gelangen können, sind einige  unter vielen anderen Massnahmen, mit der die Stiftung die Alfabethisierung zu erhöhen versucht, den Schulabbruch zu reduzieren, die Bildungsqualität zu sichern und für die geschlechtliche Gleichstellung in den Klassenräumen zu sorgen.

 

Der Erfolg unserer Programme hängt von Eurer kontinuierlichen Unterstützung ab. In den kommenden Jahren werden sich die Chancen die am meist benachteiligte Bevölkerung bei ihrer Entwicklung zu unterstützen vervielfachen. Wir alle  teilen die Verantwortung und zusammen können wir Grosses erreichen.

 

 

Anne Ferrer                                                                                Moncho Ferrer

 

Präsidentin und Executive Direktorin                                        Programmdirektor der

der Stiftung Vicente Ferrer                                                         Stiftung Vicente Ferrer

Weihnachtsbriefe von Anne und Moncho Ferrer, Dezember 2015

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

ein weiteres Jahr, in dem wir unermüdlich und mit Begeisterung gearbeitet haben, neigt sich dem Ende zu. Dank eurer Unterstützung und derer so vieler Menschen, die sich an den Projekten der Stiftung Vicente Ferrer beteiligt haben, versuchen wir weiter das Leben der meist benachteiligten Bevölkerungsschichten der Gesellschaft Anantapurs zu verbessern.

 

Das Jahr 2015 wird uns, unter anderem, als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die Menschen mit Benachteiligung einen weiteren Schritt in ihrem Kampf gegen die Stigmatisierung getan haben. Die Teilnahme der Mädchen und Jungen an den Special Olympics in Los Angeles ist ein Meilenstein in ihrer eigenen Geschichte. Sieben Mädchen und sechs Jungen reisten in die Vereinigten Staaten und kamen mit 17 Medaillen zurück. In diesem Fall war das Bedeutendste an ihrem Sieg nicht das Metall, sondern die Anerkennung der Gemeinschaft in ihren Dörfern und die positive Auswirkung auf die anderen Menschen mit Beeinträchtigung der Region.

 

Aber dies ist nur eins der großen Programme in denen wir in diesem Bereich arbeiten. Wie ihr sicherlich wisst, verfügen wir auch über elf Zentren für Menschen mit Gehirnlähmung, sowie auditiven und visuellen Behinderungen. Insgesamt unterstützen wir 1.239 Mädchen und Jungen bei ihrer physischen Rehabilitation, dabei, ihre Selbstständigkeit zu entwickeln und sich in ihrer Gemeinschaft zu integrieren.

 

Damit diese Integration erfolgreich sein kann, lernen die Mädchen und Jungen in diesen Zentren grundlegende Fertigkeiten, die ihre Unabhängigkeit im Alltag fördern.

Auch werden hier ihre individuellen Talente geschult und die Bedürfnisse ihres ländlichen Umfeldes berücksichtigt, damit sie nach ihrer Heimkehr ihre Familien bei der Arbeit im Haushalt und Garten unterstützen können.

 

Ein weiteres großes Projekt, das sich als erfolgreich erwiesen hat, ist die Schule für Jugendliche in der Hochschulbildung, in der 15 von 40 Schüler des vorherigen Schuljahres und 20 von 56 Schülerinnen des laufenden Schuljahres, irgendeinen Grad der körperlichen Beeinträchtigung haben. Dort verbessern sie ihre Englischkenntnisse, lernen eine zweite Fremdsprache und entwickeln neue Fähigkeiten, die sie für den Arbeitsmarkt brauchen. Die Schule hat Verbindungen zu Großunternehmen aufgebaut, die bei der Wahl neuer Mitarbeiter auf unsere Schüler zählen.

 

Eure bedingungslose Unterstützung ermöglicht uns, dass wir mit unserer Arbeit vorankommen und die Menschen vor Ort in ihrer Entwicklung fortschreiten. Schon seit Jahren organisieren sich die Menschen mit Behinderung in ihren Dörfern zu Vereinen, die Vikalangula Sanghams, um die Probleme der Gemeinschaft zu besprechen, sowie um Mikrokredite zu beantragen, die sie zur Unternehmensgründung nutzen. Die Fortschritte sind spürbar.

 

Wir alle gemeinsam und dank des Arbeitsmodells, welches Vicente Ferrer implementierte, haben erreicht, dass die Regionen in denen die Stiftung Vicente Ferrer tätig ist, den Weg in eine bessere Zukunft eingeschlagen haben. Ein Weg auf dem es kein Zurück mehr gibt.

 

Herzlichst,

 

Anna Ferrer

(Präsidentin und Exekutive Direktorin der Fundación Vicente Ferrer)

 

und

 

Moncho Ferrer                                                        

(Programmdirektor der Fundación Vicente Ferrer)

Übersetzungen des Rundbriefes an die Eltern von Februar 2015

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

wir alle sind bestimmt der Meinung, dass die Kindheit beschützt werden muss. Die Entscheidungen, die die Erwachsenen in Bezug auf ihre Kinder treffen, werden zweifellos die Zukunft dieser Welt bestimmen. Die Kindheit ist die Zukunft - doch diese Zukunft sieht nicht für alle gleich aus. Die Menschen mit denen wir in Anantapur zusammenarbeiten, kämpfen um weiterzukommen, ihre extreme Armut bestimmt ihre Kultur. Dies erklärt so grausame Handlungsweisen, in denen Mädchen - die ja eigentlich noch Kinder sind – verheiratet werden, damit sie keine finanzielle Last mehr für die Familie sind, die diese nicht tragen können.

 

In Indien werden 40% der weltweiten Kinderehen geschlossen und Andhra Pradesh ist einer der Bundesstaaten in denen die Ehepartner am jüngsten sind. Dies ist eine der Situationen, die wir bekämpfen. Es ist einer der Schwerpunkte der ‚Örtlichen Entwicklungskomitees‘ mit denen wir zusammenarbeiten, um die Familien für dieses Thema zu sensibilisieren. Gerade durch die Zusammenarbeit mit der Nachbarschaft, konnten wir fast 100 solcher Fälle vermeiden. Nur die Bildung und die Arbeit schützen die Frauen vor solchen Ehen, die sie in den meisten Fällen zur Unterwürfigkeit verurteilen.

 

Wir haben bisher erreicht, dass innerhalb des Handlungsraums der Stiftung, 100% aller Kinder im Grundschulalter, sowohl Mädchen als auch Jungen, zur Schule gehen. Unser Ziel ist es nun, dass sie dies in gleicher Weise auch in der Sekundarstufe tun. Dazu sieht unser Programm, außer der Sensibilisierungsarbeit, auch das Austeilen von Fahrrädern an die Mädchen der abgelegenen Dörfer vor. Damit sie den weiten Weg zur Schule fahren können. Auch werden diverse Projekte zur Verstärkung der Bildung in einigen Dörfern durchgeführt.

 

In Indien arbeiten 13 Millionen Jungen und Mädchen und laut inoffizieller Quellen tun dies 75% von ihnen in gefährlichen und fast Sklaverei ähnlichen Konditionen. Diese Situation betrifft besonders die benachteiligten Sektoren, also Stammesgruppen und die niedrigsten Kasten. Die Situation der Kinder mit Behinderungen ist noch viel dramatischer. Sie werden ausgeschlossen, weil man sie nicht für nützlich hält. Die Stiftung hat diverse Initiativen in Gang gesetzt, um die Einschulung in Blinden- und Zeichensprache der Sekundarstufe der Personen mit Seh- oder Hörbehinderungen zu fördern. Wir bieten auch Zugang zu einer, der Personen mit zerebraler Lähmung und/oder geistiger Behinderung angepassten, Ausbildung. Unser Team zeigt ihnen selbstständig zurechtzukommen, damit sie sich an der häuslichen Arbeit beteiligen können. In manchen Fällen bekommen sie auch eine Ausbildung um einer bezahlten Arbeit nachgehen zu können.

 

Es macht uns stolz, wenn einige unserer Schüler aus unseren Kreisen zur Universität gehen möchten. Ihr Fleiß und die Stipendien, die sie durch die Stiftung erhalten haben, machen sie zu Personen mit viel größeren Zukunftsperspektiven als die ihrer Eltern. Mit den Stipendien haben wir 2004 begonnen und dadurch bisher die Universitätsausbildung von 2.000 Jungen und Mädchen unterstützt. Einschließlich der Personen mit Behinderungen und der HIV-Positiven.

 

Gegenwärtig arbeiten wir an einem ehrgeizigen Projekt, das sich als sehr erfolgreich erwiesen hat: Jugendliche aus den abgelegenen Dörfern werden von den örtlichen Entwicklungskomitees ausgewählt um in der Berufsschule, wo sie außer Sprachen wie Englisch, Spanisch und Deutsch, eine transversale Ausbildung in sozialen Kompetenzen in einem einjährigen Intensivkurs  absolvieren. Die Idee ist es, dass diesen Jungen und Mädchen aus den ärmsten Familien, der  Zugang zu Arbeitsplätzen in großen Firmen ermöglicht wird und sie dadurch ihre Familien und die Entwicklung ihrer Gemeinschaft unterstützen können.

 

 

Wir sind davon überzeugt, dass ohne Investition in die Bildung der Armutskreis nicht durchbrochen werden kann. Doch meinen wir nicht die flache, auf dem Auswendiglernen basierende Bildung, sondern jene, die der Philosoph Girish Patel anstrebte als er sagte: „ Die eigentliche Natur der Bildung ist das menschliche Erwachen und nicht die tierische Belehrung“.

 

Die Kinder verkörpern die Hoffnung und die Kraft, da ohne Kinder keine Zukunft möglich ist.

 

 

Anne Ferrer                                                                                Moncho Ferrer

 

Präsidentin und Executive Direktorin                                        Programmdirektor der

der Stiftung Vicente Ferrer                                                         Stiftung Vicente Ferrer

Übersetzung des Weihnachtsbriefes aus Anantapur Dezember 2014

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

Jahr für Jahr schauen tausende von Jungen und Mädchen in Andhra Pradesh hoffnungsvoll in eine bessere Zukunft. Familien, in denen die Eltern Analphabeten sind und deren Söhne und Töchter in der Universität studieren oder schon einen qualifizierten Arbeitsplatz haben, sind in diesem Staat im Süden Indiens immer häufiger zu sehen. Viele dieser Väter und Mütter sind Landarbeiter, die ihre Schulbildung nicht abschließen oder gar nicht erst anfangen konnten, aber die auf den Zugang zur Bildung ihrer Kinder setzen - um ihnen bessere Zukunftsaussichten zu ermöglichen.

 

Deshalb hat die Arbeit, die in den Sanghams oder Verbänden verrichtet wird und in denen die örtlichen Mitarbeiter der Stiftung der Gemeinschaft die Vorteile der Bildung bewusst machen, schon vor langer Zeit Früchte getragen. Es ist unser Wunsch – den wir sicherlich mit Euch teilen - das diese Arbeit weitergeführt wird. Dank der Patenschaft ist die bisher verrichtete Arbeit enorm und die Zahl der Begünstigten sehr hoch. Aber es gibt immer noch viele unerreichte Dörfer, viele Väter und Mütter die von den Vorteilen der Bildung 

überzeugt werden müssen und die finanzielle Hilfe benötigen, damit sie ihren Kindern bessere Zukunftsaussichten ermöglichen können und gleichzeitig zu einer weiter und besser entwickelten Gesellschaft in diesem traditionell landwirtschaftlichen Gebiet Indiens beitragen.

 

Weil der Fortschritt der Patenkinder auch den Fortschritt ihrer Familien und den der ganzen Gemeinschaft bedeutet, wird die Unterstützung die wir aus Spanien erhalten in Projekte zur Verbesserung der Bildung und aller Bereiche die die Lebensqualität der Dörfer einschließt, investiert. Beispielsweise in: den Zugang 

zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung, die Verbesserung der Anbautechniken, den Zugang zu Wasser, das Zunehmen der Bedeutung der Rolle der Frauen in der Gesellschaft, die Integration der Personen mit Behinderungen, usw.

 

Das Vorbild das Vicente Ferrer hinterließ, verweilt im Geist der Stiftung. So bedeutet die Arbeit der Stiftung Vicente Ferrer weiterhin eine stille Revolution, die nach und nach das Leben von Millionen Menschen im Süden Indiens verbessert. Und wir hoffen von Herzen, dies weiterhin mit soviel, oder mehr, Eifer in Zukunft zu tun.

                                                          

                                                                                    Anna Ferrer                                  

                                                                  Präsidentin der Stiftung Vicente Ferrer

 

                                                                                  Moncho Ferrer 

                                                          Programm-Direktor der Stiftung Vicente

 

Übersetzung der Weihnachtskarte aus Anantapur 2014

Liebe Freundinnen und Freunde,
 
wir möchten Euch dafür danken, dass ihr auch in diesem Jahr durch euer Engagement, die Verwirklichung des Traums, das Leben von zweieinhalb Millionen Menschen in Indien zu verbessern, ermöglicht und unterstützt habt. Dank Eurer Unterstützung können wir, die Stiftung Vicente Ferrer, mittels der Ermächtigung der Bevölkerung, die Entwicklung der ländlichen Gemeinschaften fördern.
               
 
                               Wir wünschen Euch eine frohe Weihnacht
 
                                       Anna und Moncho Ferrer

 

Übersetzungen der letzten Briefe aus Anantapur September 2014

DIE SOLIDARITÄT IN 90.000 SPARDOSEN

 

Vor 2 Jahren begann die Stiftung Vicente Ferrer eine Initiative, die sehr gut aufgenommen worden ist: mit dem Ziel, die Familien der Dörfer mit denen sie zusammenarbeiten in ihr großes Entwicklungsprogramm mit einzubeziehen, beschloss die Stiftung unter ihnen Spardosen zu verteilen.

 

Weit davon entfernt damit neue Einnahmen sichern zu wollen, möchte diese Initiative denBegünstigten selbst, die Bedeutung der Solidarität und der gegenseitigen Hilfe, bewusst machen.

In diesem vergangenen Jahr wurden 90.000 Spardosen an Familien, Geschäfte, öffentliche Schulen ... verteilt und konnten insgesamt 8,7 Millionen Rupien (ungefähr 104.000 Euro) zusammentragen. Dieses Geld kam den Waisenkindern zugute.

 

Manche dieser Spardosen mit nur knapp 40 Rupien (0,50 Euro) in 1 Rupien Münzen in ihrem Inneren, sind ein Beweis für die große Teilnahme der örtlichen Bevölkerung: hierbei ist der erzielte Betrag unwichtig, was zählt, ist das Engagement und die Tatsache das Indien für Indien spendet.

UNGENÜGENDE ZEUGNISSE

(Notas insuficiente)

 

Indien leidet unter einer der höchsten Selbstmordraten der Welt. Schätzungsweiße 170.000 Menschen nehmen sich jährlich das Leben. Ein kompliziertes Registrierungsverfahren, der Umstand, dass Selbstmord unter das Strafrecht fällt und deshalb häufig nicht gemeldet wird, lässt vermuten, dass die Anzahl der tatsächlichen Fälle unterschätzt wird. 

 

Die Selbstmordraten sind in den ländlichen Gegenden besonders hoch und der Staat Andhra Pradesh registriert die meisten Fälle. Viele Menschen sehen keinen anderen Ausweg in ihrer Not (ausgelöst durch Entehrung, Misshandlung, Schulden, Krankheit ...) und es ist erschreckend, dasses gerade die jungen Menschen sind, die unter dem Studien-und Wettbewerbsdruck, den das indische Bildungssystem fördert, zusammenbrechen und sich das Leben nehmen. Dies wird besonders ab der Sekundarstufe gravierend. Der leichte Zugang zu Pestiziden auf den Dörfern und die begrenzte ärztliche Versorgung bei Vergiftungsfällen, führen zu alarmierend hohen Selbstmordraten in den Anbaugebieten.

 

Die Stiftung Vicente Ferrer verfügt über ein Netz von 1.776 Ergänzungsschulen, die von den Schülern vor und nach dem regulären Schulunterricht aufgesucht werden.( Das sind die Schulen, die unser Verein in Andhra Pradesh baut: gerade wurde die Finanzierung der 15. Schule möglich) Neben der Nachhilfe in den Fächern wie Mathematik, Wissenschaft, Sprachen, usw. des staatlichen Studienplans, sind diese Zentren ein Ort der Versammlung, die das Tor zu außerschulischen Aktivitäten sind und die für Vicente Ferrer immer von großerBedeutung waren. Dank dieser Sport- und Kulturpläne fördern wir die Integration und das Miteinander von Jungen und Mädchen, während wir gleichzeitig den Individualismus bekämpfen, dem sie nur allzu oft unterworfen werden.

 

Ein Beispiel der Aktivitäten, die die Integration unter Mädchen und Jungenfördert, ist der Rangoli Kunst Wettbewerb (Bodenmalerei). Es ist erwiesen, dasser die Integration fördert und den Prüfungsdruck, unter dem sie leiden,schwinden lässt da eine Qualifikation für sie und ihre Familien, die greifbarste Form der Einschätzung ihrer Fähigkeit ist, ihre Zukunftsaussichten zu verbessern. 

MEHR UNTERSTÜTZUNG IM KAMPF GEGEN GESCHLECHTSSPEZIFISCHE GEWALT 

(Apoyo contra la violencia de genero)

 

Die Stiftung Vicente Ferrer, als Teil seines Programms zur Bekämpfung der Diskriminierung der Frau, das auf diversen Ebenen wie z. B. der Bildung und der Sensibilisierung tätig ist, beinhaltet nun auch die Bildung von speziellen Arbeitsgruppen, genannt „Social Action Teams“ (SAT) bestehend aus jeweils zwei Frauen und einem Mann.

Jedes Team, dessen Mitglieder von den Frauenverbänden (Sanghams) einer jeden Gemeinschaft und den Mitgliedern der Stiftung vor Ort gewählt werden, hat die Aufgabe in den jeweiligen Ortschaften, Fälle von Diskriminierung, geschlechtsspezifischer Gewalt, sexueller Belästigung von Mädchen und Frauen, Frühehen und ähnlichen Vorkommnissen zu ermitteln.

Bisher haben wir 749 Personen, die aus den verschiedenen Dörfern stammen, für diese Aufgabe ausgebildet, um in 248 Gemeinden tätig zu werden. Es ist für die Stiftung vorrangig, die Teams in weiteren Gebieten einzusetzen.

 

Die SAT sind der erste Schritt auf gemeinschaftlicher Ebene, die Probleme der Diskriminierung zu ermitteln und zu bewältigen. Ihre Nähe zu den Dörfern, die Kenntnis der Nachbarschaft und die Eigenschaft, dass sie dort Bezugspersonen sind, erleichtert die Ermittlung. (Manchmal sind es sogar die Dorfbewohner selbst, die sich ihnen nähern, um nach Rat zu fragen.) Da sie in Beratungstechniken ausgebildet werden, kümmert sich das SAT in erster Linie um die Beratung der betroffenen Person, hört ihr zu und steht ihr bei. In komplexen Fällen leitet er sie an die gebietszuständige Person für den Bereich Frau, damit die Betroffene sich an weitere Programme der Stiftung gegen die Diskriminierung der Frau anlehnen kann, um für jeden Fall die bestmögliche Lösung zu finden.

 

DAS PROJEKT FAIRER HANDEL GEHT VORAN

 

Das Programm für einen fairen und solidarischen Handel der Stiftung Vicente Ferrer hat in den letzten Jahren einen unglaublichen Sprung nach vorn getan.

In dem gerade abgeschlossenen Steuerjahr 2013-2014, hat der Umsatz knapp die 14 Millionen Rupien Grenze überschritten (ungefähr 170.000 Euro), fast 8% mehr als im Vorjahr. Dieses Projekt bildet Frauen mit Behinderungen in Handwerksbetrieben aus. Dank des Erlöses aus den handgemachten Waren, die sie für die Stiftung Vicente Ferrer herstellen, erhalten sie einen Lohn, Unterkunft und Verpflegung sowie ärztliche Versorgung.  

Durch den Aufschwung, den dieses Projekt erlangt hat, konnte die Zahl derbegünstigten Frauen auf 218 erweitert werden (84 mehr als im Kurs 2012-2013). Diese Frauen haben schon über 6 Monate Ausbildung abgeschlossen und haben mit der Produktion der gleichen Artikel wie die ihrer erfahreneren Kolleginnenbegonnen Außerdem haben wir in diesem Jahr mit der Beantragung für das “Fairer Handel Siegel“, das von der “World Fair Trade Organization“(WTFO)für die hergestellten Handwerksartikel verliehen wird, begonnen.

 

Neben den Online Shops und den klassischen Läden der Stiftung erweitert das Projekt seine Verkaufsstellen, in dem es Abkommen mit weiteren Vertriebsstellen sowohl in Spanien wie auch in Indien abschließt, wie z. B. mit der Firma Natura, außerdem eröffneten wir vor wenigen Monaten einen Laden in Anantapur um einen zusätzlichen Absatzmarkt für die Lagerbestände des Projekts Fairer Handel zu schaffen.

Gegenwärtig steigt die Zahl der Arbeiter und Freiwilligen, die auf Messen und Märkten, sowohl in Spanien wie auch in Indien, die handgefertigten Produkte der Stiftung bekannt machen und so das Netz ausbreiten, dass die Einbeziehung von immer mehr Frauen mit Behinderungen ermöglicht.

Übersetzung der Briefe aus Anantapur vom Februar 2014

Gemeinsam in der Schule

 

Die Schule ist der Mittelpunkt des Dorfes. Sie ist zum Bezugsort der Jungen und Mädchen geworden, die sich früh morgens auf dem Hof versammeln. Beladen mit großen Tornistern und frisch gekämmt, stehen sie auf der Veranda, um sich von dort in den einzigen großen Raum zu begeben, der die Schule ausmacht. Wie jeden Tag setzen sie sich im Kreis auf den Boden, nach Kursen aufgeteilt, und bereiten sich auf ihre schulischen Aktivitäten vor.

Ein Junge schreibt das Einmaleins auf seine kleine Tafel, ein Mädchen liest eine Geschichte auf Telugu (die –einheimische- Sprache), während ein weiterer Junge dem Lehrer Fragen über seine Englischlektion stellt.

 

Alle empfinden diese Umgebung als einen Ort der Versammlung, des Lernens und des Spiels, in der sie –wie in kaum einer anderen- die Gleichstellung und das Zusammenleben genießen.

Jungen und Mädchen sind auf gleicher Ebene, etwas ganz Ungewöhnliches außerhalb dieser Umgebung; und wesentlich, um schon in frühester Kindheit im sozialen Umgang die Gleichberechtigung und den Respekt, unabhängig des Geschlechts, zu erleben.

Auf gleiche Weise leben Jungen und Mädchen verschiedener Kasten zusammen und brechen so die strikten sozialen Regeln, die die individuelle Freiheit und die menschlichen Beziehungen einschränken und diese von der Familienherkunft abhängig machen.

 

Sie kommen vor und nach dem staatlichen Schulunterricht in die Schule der Stiftung Vicente Ferrer. Diese zusätzlichen Stunden ermöglichen ihnen ein intensiveres Zusammenleben und eine größere Zuwendung seitens der Lehrer, um ihnen alle ungeklärten Fragen zu beantworten. Für gewöhnlich flößt die Figur des Lehrers in Indien einen so großen Respekt ein, dass die Schüler sich nicht mit den Lehrern austauschen, um die Autoritätsgrenze nicht zu überschreiten. Hier können sie dies tun. Sie können Dinge, die sie nicht verstehen, hinterfragen und so Fortschritte machen. Die niedrigsten Kasten, die für gewöhnlich auf die letzte Schulbank verwiesen oder sogar gezwungen werden den Unterricht außerhalb des Klassenzimmers zu verfolgen, können sich hier in der Gruppe integriert fühlen. 

 

Die Schule der Stiftung ist imstande diese Atmosphäre zu schaffen, nicht nur durch das Lehrprogramm, sondern auch durch andere Aktivitäten wie kulturelle Wettbewerbe. Bei diesen Veranstaltungen wetteifern sie miteinander, vermischen sich untereinander, knüpfen Kontakte zu Schülern aus anderen Ortschaften und verschiedenen Kasten. Deshalb erfüllen sie einen sehr wichtigen Zweck, damit die Jungen und Mädchen sowie deren Eltern lernen, dass Integration nicht nur etwas Abstraktes ist, das man lernt, sondern etwas, das man auch praktizieren und spüren kann.

Übersetzungen der Briefe von Anantapur 2013

MEHR TUN FÜR SCHWERBEHINDERTE MENSCHEN

 

In den letzten Jahren hat die Stiftung sich mit besonderer Sorgfalt den schwerbehinderten Personen gewidmet. Ein Kollektiv um das sich Vicente Ferrer, bevor er starb, besonders sorgte.

 

Das Programm zur Betreuung schwerbehinderter Personen (Supported Living Program) bietet Betreuung für diejenigen, die nicht für sich selbst sorgen können und praktisch an Zuhause gebunden sind.

Die einfache Betreuung eines Volunteer, die Hilfe bei der Hygiene und den häuslichen Aufgaben, die Koordinierung mit Geschicklichkeitsspielen verbessern und täglich eine Stunde Rehabilitationsübungen, gibt ihnen die Chance, Dank der Stimulierung und Aufmerksamkeit die sie erhalten, ihre Lebensqualität zu verbessern.

 

Dieses Projekt begann, auf dem Terrain, im Jahre 2011 und trägt nun erste Früchte. Es wird in fünf Dörfern durchgeführt und auf 35 Neue erweitert in denen eine Studie die Bedürfnisse in dieser Materie im Einzelfall festlegt.

 

Auch wenn dieses Projekt sich noch im Anfangsstadium befindet, verspricht es eine wichtige Unterstützung für schwerbehinderte Menschen zu werden, für die die Teilnahme am Progress schwieriger ist und die von der Gesellschaft vergessen werden.


HIV-REFERENZ KRANKENHAUS

 

Die stiftungseigene Klinik für Infektionskrankheiten (HIV und Tuberkulose) in Bathalapalli verfügt über 10 neue Krankenhausbetten und erreicht somit 81 insgesamt.

 

Seit der Inbetriebnahme hat dieses Krankenhaus 17.556 Personen behandelt und ist zur Referenzklinik in der HIV-Behandlung im Süden Indiens geworden.

 

Ihr guter Ruf hat dazu geführt, dass sich ein Paar aus Andhra Pradeshs Hauptstadt Hyderabad, aufgrund der guten Referenzen und der Professionalität, hier behandeln lassen möchte, obwohl sie als nicht Begünstigte für die Kosten selbst aufkommen.  

 

ERNÄHRUNGSUNTERSTÜTZUNG ZUM ERHALT DER LEBENSQUALITÄT

 

Es hat sich herausgestellt, dass die Ernährungsunterstützung der mit dem Virus infizierten Patienten, wesentlich zu ihrer Erholung beiträgt.

 

So werden einmal im Monat im Krankenhaus selbst, Ergänzungsrationen bestehend aus Linsen, Reis, Sonnenblumenkernen, Zerealien oder Sonnenblumenöl von den Patienten abgeholt.

Dies dient nicht nur der Förderung ihrer Gesundheit, sondern soll auch den Krankenhausbesuch der Patienten zur regelmäßigen Untersuchung garantieren und somit die Chancen ihrer Genesung erhöhen. Im letzten Jahr wurden Lebensmittel an 3.200 Patienten verteilt.

Übersetzung des Weihnachtsbriefes von Anantapur 2013

Liebe FreundInnen

 

Das Jahr 2013 nähert sich dem Ende und es ist eine gute Gelegenheit, die Erfolge dieses Jahres nochmals zu reflektieren und uns auf die neuen Herausforderungen für 2014 zu freuen. In Anantapur gab es in den letzten 365 Tagen keine Pause, nichtsdestotrotz scheint die Zeit immer viel zu schnell zu vergehen.

Wir sind stolz darauf, Ihnen von den Fortschritten im Kampf gegen der geschlechtsbezogene Gewalt zu erzählen. Wie Sie wissen, sind in 2013 zahlreiche Fälle sexuellen Missbrauchs gegen Frauen in Indien bekannt geworden, vor allem die in groβen Städten wie Delhi oder Mumbai. Leider findet diese erniedrigende Situation im ganzen Land statt, auch in den ländlichen Gebieten –obwohl die Medien nicht von diesen berichten. Jeden Tag sind wir mit der schrecklichen Ungerechtigkeit den Frauen gegenüber konfrontiert: Frauen werden respekt- und würdelos behandelt und haben keine Rechte. Im letzten Jahr haben wir mit Männern und Frauen aus der Region von Andhra Pradesh an dem Bewusstsein für die Gleichberechtigung hart gearbeitet –und schon nach diesen 12 Monaten können wir einen deutlichen Fortschritt erkennen. Viele Frauen organisieren sich bereits, ergreifen das Wort, entscheiden über ihr Leben und fangen damit an, Bürgerinnen im faktischen und rechtlichen Sinne zu werden – natürlich im Rahmen der wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten ihres Gebiets.

Unsere Beratungstellen sind für sozial verwundete Frauen offen. Manchmal bekommen sie Unterstützung in unserem Heim für Opfer der geschlechtsbezogenen Gewalt oder in Prostitutionsnetzen. Hier lernen sie handwerkliche Tätigkeiten und bekommen eine Arbeitstelle in den Werkstätten der FVF. Dadurch verbessert sich ihr Selbstvertrauen und sie können ihr Leben wiederaufbauen. Außerdem werden Frauen durch das Programm “von Frau zu Frau” unterstützt, in dem sie gefordert werden, sich zu organisieren, zusammen zu sparen um ein gemeinsames Arbeits- projekt zu gründen, das ihre Stabilität ermöglichen soll.

2013 haben wir auch unsere Zusammenarbeit mit den Chenchu Menschen konsolidiert. Dieser Stamm lebt in der Region von Srisailam in Andhra Pradesh. Diese Art von Gruppen werden von der Gesellschaft schwer diskriminiert, weil sie als Auβenseiter empfunden werden. Darüberhinaus leben sie in weit entfernten Gebieten, ein Umstand, der den Zugang zur Bildung, Wohnung und Gesundheit erschwert. Aus diesem Gründen liegt ihre Lebenserwartung bei 45 Jahre. Die FVF arbeitet zur Zeit daran, diesen Menschen ihre Rechte zu erklären und ihnen bewusst zu machen, dass sie diese von der Regierung verlangen dürfen. Obwohl es noch zu früh ist, um Ergebnisse zu erkennen, können wir schon feststellen, dass das gegenseitigen Vertrauen dazu beitragt, die Ausgrenzung zu reduzieren.

Zu diesem Zweck gibt es jetzt in jedem Chenchu Dorf eine Frau, die zuvor im Bereich Gesundheit von der FVF ausgebildet wurde, die sie sich um die Bewohner ihrer Gemeinde kümmern kann. Das Programm versucht, die Chenchus für Hygiene im Haushalt und bei der Körperpflege zu sensibilisieren. Wenn die Frauen von einer kranken Person in ihrem Dorf erfahren, wird die mobile Klinik gerufen. Kann diese nicht weiter helfen, wird der oder die PatientIn ins Krankenhaus überwiesen. Diese einfach erscheinende Struktur bedeutet für uns eine groβe Herausforderung, da der Bereich der Gesundheit am meisten unter der Entfernung leidet, die zwischen den Wäldern der Chenchus und dem nächstliegenden Dorf liegt, wo sie diskriminierungsfrei behandelt werden können. Unser Ziel ist es zu vermeiden, dass PatientInnen mehrere Tage zum Arzt fahren müssen bzw. ohne ärztliche Versorgung ums Leben kommen.

Schritt für Schritt werden wir Zeugnisse eines Fortschritts im Staat Andhra Pradesh. Viele der Kinder, die unsere Nachhilfe-Schulen zur Ergänzung der öffentlichen Bildung für die unterste Kasten besuchten, sind gesund aufgewachsen und haben heute eine Arbeitsstelle, besuchen die weiterführenden Schulen oder haben sogar verantwortungsvolle Positionen als Akademiker.

Obwohl es noch zahlreiche Herausforderungen für 2014 gibt, ermöglicht uns Eure Hilfe, mit sehr wenig wichtige Änderungen zu schaffen, damit das Leben der Menschen in unseren Dörfern würdevoll und leiden- und diskriminerungslos erfolgt. Wir haben erlebt, wie sehr sich das Leben einer Person verändern kann, wenn diese von der tiefsten Armut in ein würdevolles Leben dank Arbeit, Gesundheit und Bildung wechselt. Es ist tatsächlich beeindruckend. Aus diesem Grund möchten wir uns bei Ihnen vo ganzem Herz für Ihre Mühe bedanken und Sie einladen, sich als ein Teil von unserem Fortschritt zu fühlen: dieses sind auch Ihre Fortschritte. Sie sind ein grundlegender Teil unsres Entwicklungsprogramms.

Ein frohes Fest und einen guten Rutsch in ein neues Jahr voll neuer Hoffnung und voller Herausforderungen!

Mit freundlichen Grüβen,

Anna und Moncho Ferrer

Das sind die Übersetzungen des letzten Briefes aus Indien an die Pateneltern

PATENBRIEF

DAS RECHT AUF EINE HOCHWERTIGE SCHULBILDUNG


Das Millenniumsentwicklungsziel, eine weltweite 100% Einschulungsquote im Grundschulbereich zu erreichen, ist fast erreicht aber die geforderte Qualität der Indischen Schulbildung ist noch nicht erreicht. Laut einer neuen Meinungsbefragung, können 3 von 10 Kinder aus Andhra Pradesh mit einer abgeschlossenen Schulbildung weder Subtrahieren noch einen einfachen Text lesen. Für Chandrasekhara Naidu, Leiter der Bildungabteilung der FVF, liegt die geringe Qualität der indischen Schuldbildung an der zwar „gut ausgebildeten aber nicht genug motivierten" Lehrerschaft so wie an mangelnden Lehrplänen. Aus diesem Grund hat die FVF Lernstufen - angepasste Lehrpläne - für die Gemeinschaften vorbereitet, die den Eltern helfen sollen, die korrekte Lernentwicklung ihrer Kinder zu verfolgen und somit ihr Recht auf eine hochwertige Schulbildung geltend zu machen.

 

Obwohl der vorzeitige Schulabgang weiter reduziert wird, ist er im Süden von Andhra Pradesh höher als in anderen Gebiete des Staates: jedes 3. von 10 Kindern bricht die Schule vor ihrem 14. Lebensjahr ab. „Viele Kinder werden von ihren Familien wieder zur Arbeit auf dem Feld gefordert, wenn sie eigentlich in eine weiterführende Schule gehen sollten. Mädchen müssen öfter als Jungen aufhören, um auf ihre Geschwister aufzupassen oder im Haushalt zu arbeiten", sagt Naidu. Die 100% Einschulungsquote im Grundschulbereich wurde vor 15 Jahren sowohl für Mädchen als auch für Jungen überall dort erreicht, wo die FVF tätig ist.

 

Die Herausforderung ist jetzt, die 98,5% Quote für die weiterführende Schule zu behalten und den Zugang zu Hochschuldbildung zu erhöhen, damit junge Menschen aus den ländlichen Gebieten in den Arbeitsmarkt einsteigen können. In diesem Sinn ist es von entscheidender Bedeutung, dass Kinder eine gute Grundlage in der Schule bekommen, damit sie später durch eigene Kraft aus dem Armutskreis austreten können.

Das sind die Übersetzungen des letzten Briefes aus Anantapur, den Ihr inzwischen sicher alle erhalten habt.

 

SPIELEND LERNEN

 

Indien hat mehrere Spiele in die Welt exportiert. Ein Beispiel ist das spanische Spiel „Parchís“ oder das deutche „Eile mit Weile“ (beide dem „Mensch ärgere Dich nicht“ ähnlich). Diese Spiele, die jeder mit seinen Eltern oder Kindern mal gespielt hat, stammen aus dem indischen Subkontinent. Pachisi“ ist das indisches Wort für fünfundzwanzig auf Grund der maximalen Anzahl von Punkten des Spieles. Ein anderes Beispiel ist das bekannte Brettspiel, wo man durch Schlangen und Treppen über das Brett weiter- und zurückgeht, bis man das Ziel erreicht.

 

Wenn der Mittag kommt, läuten die eisernen Glocken in den Hauptfluren aller Schulen in Andhra Pradesh. „Mein Lieblingsspiel ist das Kuntaata, erzählt Pallavi, ein neunjähriges Mädchen aus einem Dorf in Bukkarayasamudram. Auf dem Schulhof zeichnen Pallavi und ihre Freundinnen ein Raster auf dem Boden mit acht Kästchen und schreiben die Zahlen von 1 bis 8 darein. Sie wirft ein Stein auf eine Zahl und hüpft auf einem Bein bis zu der vorletzten Nummer, wo sie den Stein holt und erneut wirft. Ein ähnliches Spiel wie unser „Himmel und Hölle“.

 

Andere Schülerinnen spielen „Akshintala“. In diesem Spiel wird die Geschicklichkeit der Kinder getestet, indem ein Stein in die Luft geworfen wird und, bevor dieser den Boden wieder berührt, muss mit der anderen Hand ein zweiter Stein aus einem Stapel genommen werden. Danach werden die zwei Steine gleichzeitig geworfen und ein dritter Stein wird aufgenommen, und so weiter bis man fünf Steine in der Hand hat. Ähnlich vertreiben sich Frauen die Zeit bei den monatlichen Treffen der Frauengruppen (Shangams). Eine Frau nimmt verdeckt mehrere Steine in die Hand während der Rest die genaue Zahl zu erraten versucht. Die Frau, die öfter die Zahl errät, gewinnt das Spiel.

 

Unabhängig davon, ob man gewinnt oder verliert, Spielen ist eine wichtige Quelle der Freude und des Lachens, wenn Menschen zusammenkommen, miteinander interagieren und gemeinsam wachsen – sowohl in Indien als auch in Europa, denn eine Sache gibt es in allen Kulturen: das Lachen.

 

 

Liebe FreundInnen,

 

Jeder neue Schritt, den wir gemacht haben, war immer eine kleine Revolution für uns : von den ersten Behandlungen für Kinder mit ernster Mangelernährung in den 70er bis zu dem Programm für Frauen, die aus der Stadt zurückwandern und eine Arbeit brauchen, die ihnen ihr Selbstwertgefühl und die Hoffnung auf die Zukunft zurückgibt. Für jede neue Frage und jeden neuen Zweifel haben wir eine praktische Lösung gefunden.


Immer wenn wir gefragt werden, ob wir über die Wirtschaftskrise in Spanien besorgt sind, ist die Antwort ein klares „ja“. Uns ist es wichtig, dass Menschen, egal wo sie sind, Zugang zu Grundleistungen, zu einem Arbeitsplatz und Chancen für die persönliche Entwicklung haben; ein würdiges und stabiles Leben unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Interessen. Dies sind auch unsere Ziele in der Arbeit mit der Bevölkerung im Süden von Andhra Pradesh und, obwohl ihre Situation in den letzten Jahren sich deutlich verbessert hat, muss die Mehrheit immer noch täglich um ihr Leben kämpfen.

 

Zusammen werden wir die Kraft haben, die wir als einzelne Personen nicht haben. Besonders im Fall von Frauen, deren Rolle im politischen und sozialen Leben traditionell beeinträchtigt wurde. Sogar in Europa müssen Frauen heute hart kämpfen, um sich in manchen Bereichen durchzuschlagen. Wir glauben, dass viele Probleme der heutigen Welt behoben werden könnten, wenn die Zahl der Frauen in Führungspositionen ansteigen würde. Wenn die Frau vorankommt, kommt die Gesellschaft voran.

 

Mit dieser festen Überzeugung will die Fundación Vicente Ferrer mit dem Programm „Von Frau zu Frau“ dem Kampf für Frauenrechte in Indien einen neuen Impuls geben. In den 30 Jahren Arbeit haben wir erlebt, wie Frauen sich aus ihren Zuhause raustrauen, über ihre Probleme reden und ihr vom starken patriarchalischen System entrissenes Selbstwertgefühl wiedergewinnen. Jetzt werden wir arbeiten, damit sie noch weiter kommen: damit sie unabhängig sind, ihr eigenes Eigentum haben (von dem Zuhause bis zu einem kleinen Geschäft), und immer öfter und stärker ihre Rechte einfordern und häuslicher Gewalt entgegentreten.

 

Und dies in einem Land, wo Frauen noch Schwierigkeiten haben, eine Anzeige zu erstatten –egal weshalb. Nur 5,6% der Polizei und 3% der Richter sind Frauen. Solche „Unsichtbarkeit“ der Frau in den Führungspositionen hängt mit der geringen Implementierung der Gesetzgebung im Bereich Gleichberechtigung zusammen. In Indien existiert zwar schon eine Zahl von Gesetzen zum Schutz von Frauen, sie scheitern aber leider in der Anwendung. Das beste Beispiel ist die teure Mitgift der Frau für die Eheschließung: der Brauch hält sich trotz des Verbots weiter. Diese Mitgift, für die Familien sich extrem verschulden, verewigt die Diskriminierung von Frauen - sogar schon bevor sie geboren sind.

 

Öffentliche Entwicklungshilfe ist keine Lösung. Millionen von Menschen sind davon abhängig. Trotzdem ist dies einer der Widersprüche unseres System. Die Rolle der Regierungen, die die Bevölkerung vertreten, geht über die wirtschaftliche Kooperation hinaus: sie haben die Hauptverantwortung für die Wahrung der Menschenrechte in allen Ländern ohne Ausnahme.

 

Vicente hat uns davon überzeugt, dass der Kampf für eine bessere Welt in der Verantwortung jeder einzelnen Person liegt. Seine Philosophie wurde in dem neuen Buch El poder de la acción (Die Macht der Tat) beschrieben. Die Arbeitsmethode, die er erfand, zeigt heute die Ergebnisse und kann dank Eurer ständigen Unterstützung weiter umgesetzt werden. Ein Tandem, das es ermöglicht, jeden Tag neue kleine „Revolutionen“ in Anantapur zu bewirken.

 

Liebe Grüße,

 

Anna Ferrer, Leiterin der Fundación Vicente Ferrer

Moncho Ferrer, Programleiter der Fundación Vicente Ferrer



Weihnachtspostkarte aus Anantapur  2012

 

Liebe FreundInnen,


wir hoffen, dass Ihr eines Tages die Möglichkeit habt, uns zu besuchen und die neuen Waisenhäuser für Kinder mit HIV/AIDS kennenzulernen. Wir hoffen auch, dass das neue Jahr uns das notwendige Engagement und die Begeisterung bringt, um zusammen weiter voranzukommen.

 

Eine Umarmung aus Anantapur,

Anna, Moncho und Familie

 

 

Weihnachtsbrief   aus Anantapur 2012 

 

Liebe FreundInnen,


schon wieder ist ein neues Jahr zu Ende und der Zeitpunkt ist da, um über die Zukunft und die neuen Ziele nachzudenken. Wir blicken zurück und sind berührt wenn wir sehen, was in den letzten Jahren in Anantapur geschehen ist: die Landschaft ist grüner geworden; Kinder, die früher zu Hause bleiben oder arbeiten mussten, sitzen heute auf ihren Schulbänken; und Frauen sind nicht mehr nur an den Haushalt gebunden, sondern haben auch eine Stimme und eigene Projekte. Dies ist das Ergebnis von 43 Jahren unaufhörlicher Arbeit, in denen die Kombination unserer Anstrengungen auf mehreren Gebieten eine Schlüsselrolle für die ausgeglichene Entwicklung in unserem Einsatzgebiet gespielt hat.


Dieses Jahr hat die Fundación Vicente Ferrer ein Heim für misshandelte Frauen eröffnet. Dieses Zentrum hat eine Vorreiterrolle, da man diese Heime bis jetzt nur in Städten und nicht auf dem Land finden konnte. Volksglaube und Traditionen verschärfen in Landgemeinden die Lage misshandelter Frauen. Das Heim der FVF bietet Unterkunft und psychologische Beratung für 40 Frauen und schließt die Arbeit der FVF in Frauen Shangams, Krankenhäuser, Dörfer so wie in Beratungstellen für Frauen mit Migrationsrisiko an. Dank dieses Einsatzes auf allen Ebenen wissen heute Frauen in Anantapur, dass sie in der Stiftung Verständnis und Unterstützung für ihren Kampf für eine bessere Gegenwart und eine bessere Zukunft für sich und ihre Töchter finden können.


Außerdem haben wir noch einen Grund uns zu freuen: dieses Jahr wurden zwei Waisenhäuser für Kinder, die ihre Eltern an Folgen von HIV/AIDS verloren haben eröffnet. Diese Kinder brauchen enge Gesundheitskontrollen und diese finden sie hier. Zu der korrekten Verabreichung ihrer hochaktiven antiretroviralen Therapie bekommen sie auch Begleitung in ihrem Schulalltag und die Zuneigung, die sie so sehr brauchen. Das extreme Glück in den Gesichtern dieser Kinder ist seit dem ersten Tag die beste Belohnung für die Bemühungen der FVF und ihrer Mitarbeiter gewesen.


Wir Ihr wisst, hat die FVF 2010 angefangen, mit den Chenchu Stämmen in Srisailam, im Zentrum von Andhra Pradesh, zu arbeiten. Unsere Priorität hier ist eine starke Gemeindestruktur aufzubauen, die sich selber verwalten kann. Die Menschen dort sollen die verfügbaren, aber oft nicht in Anspruch genommenen Dienste der Regierung fordern, bevor die FVF andere Projekte in diesem Gebiet startet. Außerdem wurden vor Ort fünf Ausbildungskurse für die Mitarbeiter der Stiftung organisiert, damit sie die Besonderheiten, Lebensart und Probleme dieser Gemeinde kennenlernen. Zuletzt haben wir dort mit der Ausbildung von Gesundheitsmitarbeiterinnen begonnen, die in den verschieden Siedlungen der Chenchu tätig werden sollen. 

 

In Indien leben über 400 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze, aber man findet auch moderne Städte, wichtige technologische Einrichtungen und Familien mit einer höheren Kaufkraft, die mit der FVF für die Verbesserung der Lage ärmerer Menschen zusammenarbeiten können. Früher haben sich diese Menschen keine Gedanken um die Kasten-Diskriminierung oder die Ungleichheit der natürlichen Ressourcen gemacht, aber in den letzten Jahren erlebt die indische Gesellschaft eine Veränderung. Es ist höchste Zeit, das Projekt „Indien für Indien“ wiederaufzunehmen: eine der ersten Ideen der Stiftung, als wir damals nach Indien kamen. Vicente hatte den Traum, dass die indische Gesellschaft der FVF beim Aufbau einer besseren Zukunft in diesem dürren Land helfen würde. Heute, vier Jahrzehnte später, nehmen wir dieses Projekt mit großer Hoffnung und Freude wieder auf: bald wird die FVF auch in Indien Gelder sammeln.


Wir teilen die Sorgen unserer Mitarbeiter wegen der Wirtschaftskrise in Spanien. Unsere Erfahrung in einem Ort, der eine andauernde Krise erlebt, hat uns gezeigt, dass man gemeinsam die Kraft bekommt, um sich mit den Änderungen und Herausforderungen dieser Zeit auseinanderzusetzen. Ein solcher Zusammenschluss zwischen Dalits, Stämmen und den vernachlässigten Kasten ermöglicht jeden Tag, dass die Gemeinschaften in die Lage versetzt werden Verantwortung zu übernehmen, Rechte zu fordern und Entscheidungsbefugnis zu verkörpern.


Trotzdem kann die FVF in den Dörfer in Andhra Pradesh mit wenigen Ressourcen große Ergebnisse erreichen. Dank Eurer Hilfe, können sich über zweieinhalb Millionen Bewohner die Schuluniform und -bücher für ihre Kinder kaufen, sich einen Arztbesuch als auch eine Behandlung leisten und sich zu der einfachen Reisportion des Tages ein bisschen Fleisch und Gemüse erlauben. Kleine Sachen, die eine riesige Veränderung im Alltag dieser Menschen sind. 

 

In diesem unermüdlichen Kampf gegen Armut gebt Ihr uns die Kraft, um weiter für eine bessere Welt zu arbeiten. Eure Unterstützung aus der Ferne macht jeden Tag einen Unterschied: wir werden uns nie genug dafür bedanken können.

 

Wir wünschen Euch ein frohes Fest und hoffen, nächstes Jahr viele Herausforderungen zu meistern!


Herzliche Grüße,

Anna Ferrer, Vorsitzende und Geschäftsführer

Moncho Ferrer, Programmdirektor

 

 

 



MELDUNG VON DER VICENTE FERRER FACEBOOK SEITE vom 14.7.2012

Auch dieses Jahr gab es in Anantapur keinen Monsoonregen.
Das Ausbleiben des Regens in dieser Jahreszeit und der alarmierend niedrige Wasserpegel in den Stauseen beunruhigen die Bauern massiv.
Wenn es binnen der nächsten Woche nicht regnet, kann ein großer Teil der Landwirte nicht säen. Bereits jetzt haben schon viele von ihnen beschlossen ihr Land zu verlassen, ohne es weiter zu kultivieren.
Laut der Regierung wurde  dieses Jahr nur ein Fünftel aller Äcker, bewirtschaftet.
In Anantapur gab es 70 % weniger Niederschlag als normalerweise. Das bedeutet, dass Anantapur eine der trockensten Regionen ist.
Statt der erwarteten 67 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, gab es dieses Jahr nur 19 Liter ,so Nageswara, Ökologe der Fundacion Vincente Ferrer.
Die  Regenknappheit ist umso schlimmer, da die vorangegangene Dürreperiode bereits großen Schaden angerichtet hat und die letzte  Ernte im September zerstörte.
Infolge dessen wurden Anantapur und die Hälfte von Kurnool zu Dürreregionen erklärt und die Fundacion hat einen Fond für die Landwirte eingerichtet, damit diese eine andere Arbeit suchen können, um ihre Existenz zu sichern.
Eine leise Hoffnung, dass der Monssoon in den nächsten Wochen doch noch kommt, bleibt  bestehen.
In einer Region, in der 75 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben, stellen sich die Betroffenen angesichts der beunruhigenden Situation  natürlich viele Fragen: Was ist vom Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung zu halten?Wie soll es nun weitergehen? Was ist zu tun?
Bis heute ist es dem  indischen Institut für Meterologie, das  vor 140 Jahren gegründet wurde, weder gelungen, Dürrezeiten noch Überschwemmungen vorherzusagen, beides die extremsten Konsequenzen, die mit dem Monsoon oder seinem Ausbleiben verbunden sind.



Seit Februar werden von Anantapur aus wieder die Briefe Eurer Kinder verschickt (einige haben sie schon, andere werden sie noch bekommen). Auf der Rückseite des Briefes ist ein spanischer Text mit der Überschrift "La Puja o Adoracíon Hindú a los Dioses". Im selben Umschlag war auch ein Brief von Anne und Moncho Ferrer, auch auf Spanisch. Beide Übersetzungen füge ich heute bei.



Übersetzung des Patenbriefes:

Die Puja oder der hinduistischer Gottesdienst

Die Puja ist die häufigste Art der hinduistischen Gottesverehrung in Indien. Dieses Ritual kann mit sehr unterschiedlichen Zeremonien gefeiert werden: von privaten Feiern in der eigenen Wohnung bis zu öffentlichen Festen für Millionen von Besucher. Eine Puja darf von jedem veranstaltet werden, egal ob Priester oder Familienvater und braucht keinen besonderen Anlass. Es muss nicht unbedingt im Tempel gefeiert werden, sondern sie kann auch zu Hause, auf der Arbeit oder an jedem anderen Ort und Zeitpunkt stattfinden. Jede Option ist richtig, um den Götter ein paar Augenblicke der inneren Sammlung, Verehrung oder Dankbarkeit zu widmen. Manchmal werden Pujas an improvisierten hausgemachten Altären gefeiert, manchmal auf geschmückten und bewundernswerten Bühnen. Aber eines ist immer dabei: die Bilder von mehreren - je nach Glaube - ausgewählten Gottheiten. In Andhra Pradesh ist Ganesha, der Elefantgott, sehr beliebt: er hilft bei der Erfüllung neuer Aufgaben und der Überwindung von Hindernissen. Auch Hanuman, der Affengott, ist oft dabei und sorgt dafür, dass schlechte Energien beseitigt werden. Normalerweise wählt jede Gemeinschaft eine Gottheit aus, die sie schützen und ihr Glück bringen soll. Diese Gottheit bekommt dann einen kleinen Altar im Dorf, wo die Bewohner ihre Opfergabe aufstellen und ihre Gebete sprechen: Regen für die Felder, gute Ernte, ein guter Mann für die Töchter oder Gesundheit für einen Verwandten.


Das Ritual kann aus verschiedenen Elementen bestehen, aber manche davon gehören immer dazu. Am Anfang wird z.B. eine Kokosnuss auf dem Boden aufgeschlagen. Dies symbolisiert die Rücknahme des Egos, um sich Gott in aller Bescheidenheit zu nähern. Danach werden drei Portionen Gelbwurz, ein rotes und gelbes Gewürz, verteilt. Jede Portion verkörpert eine Gottheit: Brahma (Schöpfung), Vishnu (Bewahrung) und Shiva (Zerstörung). Manchmal malen sich die Beteiligten auch einen Punkt zwischen die Augenbrauen; er steht für Schutz und Energie . Auch der Weihrauch, der mit seinem Duft schlechte Energien vertreibt, ist ein unumgängliches Element in allen Pujas, sowie die Kampferlampe und die Glocken, die mit ihrem Licht und Klang den Gott verkörpern und die innere Dunkelheit der Teilnehmer beheben und durch Weisheit ersetzen. Schließlich verneigen sich diese vor der entsprechenden Gottheit in Bescheidenheit- und Verehrungsbezeugung.



 


Übersetzung des Briefes von Anna und Moncho Ferrer:


Anantapur Februar 2012


Liebe FreundInnen, liebe Freunde


Für die Fundacion Vicente Ferrer beginnt das Jahr 2012 mit der Gewissheit : Frauen sind die unbestrittenen Helden. Seit unserem Anfang hier in Anantapur arbeiten wir mit ihnen gemeinsam, um einen Generationswechsel herbeizuführen, der diese uralte stark patriarchalisch geprägte Gesellschaft verändert. 

 

Schon in den ersten Jahren unserer Tätigkeit haben wir festgestellt, dass eine Verbesserung der Lage der Frauen nur durch eine multidisziplinäre Sichtweise möglich ist. Aus diesem Grund werden Frauen in allen unseren Tätigkeitsbereichen besonders beachtet.


Was Bildung betrifft, fördern wir seit 25 Jahre die Schulbildung aller Mädchen, welche sich bis dahin lediglich um die Hausarbeit und die Betreuung der jüngeren Geschwister kümmern durften. Heutzutage besuchen dort, wo die Fundacion tätig ist, 99% aller Mädchen eine Grundschule, und 80% eine weiterführende Schule. 


Mit der Steigerung der Anzahl der Mädchen, die bis zum Erwachsenenalter die Schule besuchen, begann auch das Heiratsalter der Mädchen zu steigen. In unseren ersten Jahren in Anantapur wurden sie im Alter von 11 oder 12 verheiratet, wodurch die Chancen für Mädchen und jungen Frauen gewaltig zerstört wurden. Heute haben unsere Shangams oder Frauengruppen beschlossen, keine Ehe für Frauen unter 18 in ihren Dörfer zuzulassen. Und sie werden selber dafür sorgen, dass diese Vorgabe eingehalten wird!


Für die Fundación sind die Shangams(Frauengruppen) die Hauptstütze bei der Arbeit mit Frauen. Über sie können wir Frauen individuell betreuen und ihr Gemeinschaftsbewusstsein, ihre Teilhabe so wie ihre ökonomische Situation fördern. Am Anfang haben Frauen über die Shangams „Minibanken“ gegründet, wo jede Frau monatlich einen kleinen Beitrag einzahlte, um sich danach untereinander Geld zu leihen. Frauen, die bewiesen, daß sie dieses Darlehen zurückzahlen konnten, durften an dem Programm „Von Frau zu Frau“ teilnehmen. Dieses Programm wurde für größere Vorhaben wie z.B. den Kauf von Tieren oder die Gründung kleiner Betriebe entwickelt.


Dank eines neuen Gesetzes der indischen Regierung gehören die vom Staat an den untersten Kasten ausgehändigte Grundstücke ab jetzt den Frauen, und dementsprechend somit auch die Häuser, die die Fundación da baut: es darf sie niemand wieder aus ihren Heim vertreiben. Außerdem können sie auch wirtschaftliche Entscheidungen treffen, da auch der Viehbestand ihnen gehört. Traditionell mußte das Gehalt einer Frau ihrem Mann gegeben werden, der es nach seinem Willen verwaltete. Jetzt werden die Ersparnisse der Frauen mit Beratung der Shangams direkt verwaltet. Sie bekommen von der Fundación ein Sparbuch für sich selbst und ihre Töchter, womit sie einen Fond einrichten können, der für zukünftige Bedürfnisse wie z.B. ein Studium zur Verfügung stehen wird.


Was Gesundheit betrifft: unsere drei Krankenhäuser hatten bis zu diesem Februar schon 40.691 sichere Geburten betreut, und nach und nach gibt es immer mehr Frauen, die die empfohlenen drei Untersuchungen während der Schwangerschaft mitmachen. Darüber hinaus gibt es frauenspezifische Gesundheitsprogramme wie das Programm für die Früherkennung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs mit über 8.000 Teilnehmerinnen im Jahr. Unser Zentrum für HIV/AIDS in Balthalapalli wurde Ende 2011 für seine Arbeit in der Prävention der Mutter-Kind Übertragung vom HIV mit einem Preis als bestes Zentrum der Region ausgezeichnet: die Übertragungsrate ist vom 30 zu 3% gesunken. 

 

Eine weitere Aktion ist seit dem Jahr 2010 der langfristige Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Die Fundación Vicente Ferrer möchte auch die Bewusstseinsbildung fördern, um den Kampf für die Rechte und damit das Ende der Missbräuche zu ermöglichen.

Dieses Jahr wird die Fundación verstärkt für die Gleichberechtigung und das Ende der Gewalt gegen Frauen, so wie für die Selbständigkeit, Freiheit und Teilhabe der Frauen kämpfen, damit diese ihr eigenes Leben bestimmen können.


Vielen Dank noch einmal, dass Sie an unser Projekt glauben und damit die Verwirklichung aller diesen Verbesserungen in Andra Pradesh ermöglichen.


Liebe Grüße,

Anna Ferrer und Moncho Ferrer